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Angst und ihre Überwindung

Thema Angst: Teil 1

Angst – das Monster, das uns davon abhält, unseren Zahnarzttermin wahrzunehmen, in der Prüfung zu bestehen oder unserer/m Liebsten mal die Wahrheit offen ins Gesicht zu sagen. Angst, die uns davon abhält, in der Öffentlichkeit zu sprechen, einen großen Hund zu streicheln oder gar auch nur das Haus verlassen zu können. Welch entsetzliches, jede Lebensqualität zunichte machende Ungeheuer!

Edward Munch: Der Schrei
Edward Munch – Der Schrei

 

Angst scheint etwas, das man hat – weshalb sonst sagt jemand: ich habe Angst? Angst ist also etwas wie ein paar Schuhe, eine Blinddarmnarbe oder eine Großmutter? Ein Faktum, etwas das einfach vorhanden ist und unveränderlich? Ich habe ein Auto. Auch wenn ich das Garagentor schließe oder meine Augen, das Auto bleibt eine Tatsache. Ist Angst ein Auto? Sie lachen? Na, Ihren Humor haben Sie also behalten!

Kirschbaum
Kirschbaum

Kirsche, die Fröhlichkeitsblüte Unsere Sprache spiegelt, wie es in unserem Innern aussieht. Behandelt unsere Sprache Gefühle wie materielle Dinge, kommt darin ein großes Missverständnis zum Ausdruck, denn es impliziert, dass die Dinge so sind, wie sie sind, und akzeptiert werden müssen wie ein Berg, ein Gewitter oder ein See.

Was wir unseren Klienten demonstrieren können, ist die Veränderung des Sinnes einer Aussage wie „Ich habe Angst“, wenn man aus dem Substantiv ein Verb macht: „Ich ängstige mich“. Was ist das? Auf einmal steht die Angst nicht mehr vor mir wie ein unerklimmbarer Berg – auf einmal ist sie etwas, das von mir selbst ausgeht. Und was ich selbst tue, kann ich auch lassen. Aus dem unbeherrschbaren Monstrum wird eine Aktivität, die mich zwar einschränkt, die letztlich aber doch von mir selbst ausgeht. Ich bin es, der sich fürchtet! Ich bin es selbst, nicht das böse einschüchternde Schicksal, nicht der brutal aussehende Schlägertyp und auch nicht dieses Wesen mit den acht behaarten Beinen. Versuchen wir unser Denken zu ändern, verändert sich unser Verhalten und schließlich unsere Sprache.

Es ist also niemand außerhalb meiner selbst, der mir befiehlt: Adrenalin marsch – Kopf einziehen – Beklemmungsgefühl in der Brust anstellen – Nackenhaare aufstellen – Selbstbewusstsein abstellen – sich zum Opfer erklären. Ich tu es alles selbst. Wie also kommt es, dass ich den Verursacher der inneren Abfolge unangenehmer und blockierender Wahrnehmungen und Empfindungen im Außen suche? Das ist leicht zu beantworten: es ist immer einfacher, Schuldzuweisungen vorzunehmen denn die Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen. Aber selbst wenn ich mich bewusst dazu entschließe, diese Selbstverantwortung von nun an auszuüben – wie zum Donner geht das?!

Die bekannten, Mut machenden Blütenessenzen funktionieren allesamt nach dem Konzept: eine Person hat Angst – die Essenz wird nach dem Objekt der Angst ausgewählt: kann ich den Auslöser der Angst benennen, gibt es Gauklerblume, kann ich es nicht, ist eher Johanniskraut oder Zitterpappel angezeigt, ist es Angst um andere, nehme ich Birne oder Rote Kastanie, ist es die Angst, die Selbstkontrolle zu verlieren, versuche ich es mit Kirschpflaume, und steigert sich die Angst ins Unermessliche, brauche ich unbedingt Sonnenröschen.

Gefleckte Gauklerblume
Die Bachblüte Gefleckte Gauklerblüte (Mimulus)

So weit, so gut. Aus der neuen Perspektive jedoch ergibt sich auch eine neue Fragestellung. Nicht mehr „Was macht die Angst mit mir?“, sondern „Was mache ich mit der Angst?“, schließlich habe ich sie selbst gemacht, warum soll ich sie nicht auch selbst wieder loswerden?

Also, wie geht das: sich nicht fürchten? In beängstigenden Situationen selbst entscheiden, ob Angst die angemessene Reaktion ist – oder vielleicht eher Besonnenheit oder eher Wut?

Einmal initiiert beginnt die Angst tatsächlich ein Eigenleben zu führen. War es zuerst nur das Sprechen vor einer öffentlichen Versammlung, was mich ängstigte und fliehen ließ (oder Durchfall bekommen oder mir den Fuß umknicken oder was auch immer), kann es später das auf der Straße erkannt werden sein und am Ende kann ich eine Rundum-Phobie entwickeln, die es mir unmöglich macht, auch nur das Haus zu verlassen.

Wehret den Anfängen!

Andererseits kommt so ein Anfang oft ganz harmlos daher geschlichen. Klar, viele Leute haben Lampenfieber, wenn sie öffentlich sprechen sollen – das ist doch ganz normal, oder? Gewöhnlich vermeidet man einfach, was einen ängstigt, und lebt sein Leben in Ruhe weiter. Im Laufe der Zeit aber kommt mir die Vermeidungsstrategie unbewusst so erfolgreich vor, dass ich sie auf weitere Gebiete ausdehne und mein Lebensumfeld immer weiter verkleinere.

Schneeglöckchen
Schneeglöckchen

Wer nun wirklich unter starker Angst oder einer Phobie leidet, ist in der Regel schon über den Punkt hinaus, an dem man noch leicht den Hebel umlegen könnte. Flucht und Vermeidung sind Teil meines wesentlichen Verhaltensrepetoires und zur Gewohnheit geworden. Ohne drüber nachzudenken, weiche ich aus, auch wenn ich gar nicht weiß, ob es tatsächlich bedrohlich ist, was da auf mich zu kommt.

An so einer Stelle angelangt, nützt eine Gefleckte Gauklerblume wenig, selbst wenn mir bewusst ist, wovor ich Angst habe (meistens am Ende vor allem). Ich muss einen generellen inneren Umschwung einleiten.

Ich muss mich verhalten ... wie ein Schneeglöckchen: unbefangen, neugierig, mutig. Draußen ist es noch eisig, und da liegt auch noch Schnee? Wen kümmert's? Ich versuch's einfach. Ich vergesse einmal alle üblen Erfahrungen, die mich immer wieder zurück in mein selbst angelegtes enges Korsett zwingen, und tu, als wäre es mein erster Tag im neuen Leben.

Schneeglöckchen ist tatsächlich eine Blütenessenz, die uns einen neuen Anstoß geben kann, wenn die Angst (oder die Niedergeschlagenheit oder ein anderes seelisches Tief) schon chronisch geworden ist. Wenn mir das ganze Leben als Qual erscheint, als eine Anhäufung von Schicksalsschlägen, Bedrohungen und Niederlagen, dann fällt es sooo schwer, sich neues Glück zu suchen. Gedanklich bin ich einfach auf das Beängstigende fixiert und im Verhalten dadurch wie gelähmt.

Schneeglöckchen

Schneeglöckchen erschafft zuerst gedanklich die Möglichkeit, es könnte ja auch anders gehen, was unabdingbare Voraussetzung für einen tatsächliche Veränderung ist. Bin ich vom Scheitern überzeugt, wozu soll ich mir da noch Mühe geben? Die kleine weiße Blüte jedoch weiß von nichts – sie will einfach ans Licht und tut, was dazu nötig ist. Hat sie es einmal geschafft, existiert damit auch eine Referenzerfahrung „ich hab Erfolg gehabt“, die allem vorherigen widerspricht. Und wenn man einmal erfolgreich war, warum soll man seine Ziele nicht ein wenig höher stecken? Und es wieder versuchen?

Wenn in der Behandlung von angstgeplagten Klienten nichts mehr geht - auch nicht mit den bekannten Mut-Essenzen – dann kann Schneeglöckchen genau den Anstoß geben, den es braucht, um nochmal ganz von vorne anzufangen – wie ein Kind, das die Welt zum ersten Mal erlebt.

© Dirk Albrodt 2004