Wer ist online?

Aktuell sind 75 Gäste und keine Mitglieder online

Suche

Interaktiv

Neue Kommentare

  • dalbrodt schrieb weiter
    Flower Energy Mamboya Sonntag, 22. März 2015
  • Anonym schrieb weiter
    Von den Blüten, die du vorgeschlagen... Sonntag, 22. März 2015
  • arche 2000 schrieb weiter
    Wer bietet dieses an, bzw. vertreibt... Freitag, 20. März 2015
  • Jaschi schrieb weiter
    Ich habe vor vielen Jahren Bachblüten... Donnerstag, 19. März 2015
  • dalbrodt schrieb weiter
    Wenn das jemand weiss, dann die... Mittwoch, 28. Januar 2015

Unsere App

Das Blütenessenzen Infozentrum jetzt auch auf Ihrem Android Tablet!

Empfehlung

Das Handbuch:

Cover

Näheres hier

Bestellmöglichkeit hier

Fachbereiche

Oben und unten - und ganz unten - Teil 1

An manche Dinge hat man sich so sehr gewöhnt, dass man im Traum nicht dran denkt, sie und sei es nur des Spaßes halber oder der philosophischen Spielerei wegen in Frage zu stellen. Ein Beispiel: Josef Fischer war früher einmal Taxifahrer und Steineschmeißer, später Bundesaußenminister, heute Professor in den USA. Ein Mann, der es von linksaussen bis westlich vorn geschafft hat. Dergleichen behauptet niemand. Vertrauter ist da schon: einer, der es von ganz unten nach ganz oben geschafft hat. Einer, der die sprichwörtliche Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär gemacht hat. Im Sport findet man es eine besondere Leistung, wenn einer schon am Boden lag und am Ende doch obenauf ist. Oben und unten sind also klar (vor-)definiert: unten = mies, oben = klasse. Im materiellen, physikalischen, körperlichen Bereich sehen wir das eben so.

Analoges findet man in spirituellen Systemen wie Religionen. Mit dem kleinen Unterschied, dass neben dem Unten und dem Oben der materiellen Welt dort noch eine Art Untergeschoss existiert, das sich noch tiefer als das Unten befindet. Im spirituellen System der Griechen haben die Machogötter die entsprechenden Reiche unter sich verteilt: Zeus bekam Himmel und Erde, Poseidon die Meere und für Hades blieb ... die Unterwelt.

Hades

Gar nicht so sehr verschieden davon ist die Aufteilung im Christentum: hier unten auf der Erde, da tummeln wir uns, solange wir leben. Je nachdem wie wir uns hier aufgeführt haben, geht‘s anschließend nach oben (Belohnung - Himmel) oder nach unten (Bestrafung - Hölle).

Im Buddhismus ist die Lotusblume von großer Symbolkraft. Ein Grund dafür ist, dass ihre Wurzeln ganz tief unter der Wasseroberfläche, im Dreck, im Niedrigen, verankert sind, die Pflanze aber nach oben, zur Sonne hin strebt. Dies spiegelt die Begriffe Samsara und Nirvana wider.

 

Lotus

Ich möchte heute auf das ganz Unten eingehen. Damit hat es nämlich eine spezielle Bewandtnis. Zwar ist für uns die Hölle etwas ganz besonders schlechtes, aber das bezieht sich auf das damit assoziierte Leiden und den Schmerz. Der Begriff umfasst aber mehr denn nur das, er leitet sich ab von der germanischen Göttin der Unterwelt namens Hel, sozusagen dem mitteleuropäischen Pendant zu Hades.

Unzählige Geschichten und Mythen gibt es über freiwillige und unfreiwillige Reisen in die Unterwelt/Hölle, und das Erstaunliche ist, wie viel Gemeinsames sie doch haben.

In unserem Kulturkreis eine der bekanntesten ist sicher das Märchen von Frau Holle (Hölle/Hel). Durch ein Missgeschick fällt ein Mädchen in den Brunnen, und als es wieder zu sich kommt - ertrunken und also tot - befindet es sich in einer fremden Welt, der Unterwelt. Hier wird sie mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert, und auch wenn sie es nicht weiß, bestimmt die Art und Weise, wie sie diese Aufgaben erledigt, ihr Schicksal, wenn sie zurück in die Oberwelt geschickt wird. Das Wort Reinkarnation haben die Brüder Grimm ausgespart. Ob sie den Begriff Karma kannten, vermag ich nicht zu sagen.

Eine andere sehr bekannte Geschichte beschreibt etwas Vergleichbares: die Entführung der Persephone, Tochter der Demeter, Göttin der Fruchtbarkeit. Hades verschleppt sie in sein dunkles Reich und vergewaltigt sie dort. Das kommt unserem Begriff von der Hölle schon ziemlich nah: allein, hilflos und ohnmächtig, unberechenbaren finsteren Mächten ausgeliefert.

Eine dritte Geschichte sei noch erwähnt, die der mesopotamischen Göttin Inanna, die in die Unterwelt reist und an jeder der sieben Pforten etwas abgeben muss, sei es ein Symbol ihrer Macht, sei es ein Kleidungsstück. Am Ende ist sie vollkommen nackt, ihrer Macht beraubt und ausgeliefert - wie die in den Brunnen gefallene Marie, die entführte Persephone und viele andere, die diesen bitteren Gang antraten.

Und erinnern Sie sich noch an Folgendes: „gestorben und begraben; niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel...“ Die Rede ist von Jesus, die Lektion: ohne Abstieg in die Hölle kein Aufstieg in den Himmel. Ohne Samsara kein Nirvana, es ist immer wieder dasselbe, auch wenn es in andere Worte und Bilder gekleidet wird.

All diese Geschichten erscheinen natürlich in ihrem kulturellen Kontext, doch als archetypische Ereignisse sind sie für uns dechiffrierbar. Weshalb sie für uns von Bedeutung sein können, möchte ich anhand dessen erläutern, was für uns heute die Hölle ist bzw. sein kann.

Sagen wir, es geht uns gut, alles geht seinen Gang und wir sind zufrieden. Plötzlich geschieht etwas Unerwartetes, Unbeabsichtigtes, zutiefst Beunruhigendes, etwas wie der Fall des Mädchens in den Brunnen, die Entführung in den Hades, etwas außerhalb unserer Kontrolle, die Hölle tut sich auf: die Diagnose lautet Krebs (oder ersetzen Sie das Wort durch irgendeinen vergleichbaren Begriff, sei es den Namen einer schweren Krankheit, einen Unfall, was auch immer). Plötzlich sind es nicht mehr wir, die entscheiden, nein, wir sind einem bösen Schicksal ausgeliefert, das uns vergewaltigt, uns unsere Selbstbestimmung und Macht wegnimmt, ja man nimmt uns sogar unsere Kleidung und steckt uns in einheitliche Krankenhausgewänder und die Götter (in weiß) entscheiden fortan, wann, wo und wie viele Schläuche, Nadeln und Katheter in uns hineingesteckt werden, was hindurchläuft und welche Stellen wie oft wie stark gefährlicher, hoffentlich heilsamer Strahlung ausgesetzt werden. Und das kann gut ausgehen, wir werden gesund und fühlen uns sprichwörtlich „wie neugeboren“ oder es geht bös aus, und dann ist‘s ganz aus.

Charon

Kurzum: was in der Unterwelt (oder in der Hölle oder auf der Intensivstation) geschieht, bestimmt das, was in der Ober-, der realen Welt geschieht. Es mag sich kindisch anhören, aber lassen wir die Brote im Ofen verbrennen, die Äpfel am Baume verfaulen und führen den Haushalt nicht so, wie es die Göttin der Unterwelt (Frau Holle) von uns verlangt, hat dies schlimme Folgen für unser (nächstes?) Leben.

Arbeite ich mit Krebspatienten, dann übe ich mit ihnen, Trancezustände zu erreichen und die Erlebnisse zu erinnern, die sie dabei hatten, um sie dann in der Trance, im Traum, in der Fantasiereise, nennen Sie es, wie Sie wollen, tatsächlich in die Unterwelt zu schicken. Die innere Reise dorthin bewusst zu unternehmen, d.h. NICHT zu schlafen und anschließend die Trauminhalte zu vergessen, hilft dabei, die verborgene Aufgabe im Leben bzw. in der Erkrankung zu erkennen.

Der archetypische Abstieg in die Hölle ist allen, die mit einer das Leben bedrohenden Krankheit konfrontiert werden, gemein. Solche Gemeinsamkeiten veranlassten mich, das System der archetypischen Blütenessenzen zu entwickeln. Alte Mythen sind nicht einfach nur Geschichten, sie bedeuten etwas. Lassen Sie mich als Beleg dafür eine junge Frau anführen, mit der ich einmal arbeitete, als sie an Krebs erkrankt war. Eine der Aufgaben, die ich ihr stellte, war die Suche nach dem inneren Heiler/der inneren Heilerin. Und für den Fall, dass sie sie/ihn fände, sollte sie den Namen erfragen. Nach der Rückkehr berichtete sie, auf der inneren Reise ihre Heilerin gefunden zu haben. Es sei eine Frau zwischen 40 und 50 gewesen, dem Aussehen nach Inderin. Ihr Name sei „Scharon“ gewesen. Zumindest sprach sie ihn so aus.  Nun, in der griechischen Mythologie gibt es eine Figur diesen Namens. Er wird Charon geschrieben, ist allerdings männlich. Und es ist der Fährmann, der die Gestorbenen über den Fluss Styx in die Unterwelt bringt. Nun können Sie das natürlich locker zusammen fabuliert und höchst zweifelhaft assoziiert finden, für die Person, die solches durchmacht, kann es jedoch bedeut- und heilsam sein, sich auf ungewohnte Gedanken einzulassen. Im (inneren) Zwiegespräch mit Scharon oder Charon erfuhr die junge Frau jedenfalls einiges, was ihr auf dem Weg zur Genesung hilfreich werden sollte.

Eine weitere alte Geschichte mag uns eine wichtige Lektion verdeutlichen: Eros und Psyche, zwei Gestalten der griechischen Mythologie. Des Nachts besucht Eros Psyche, und alles läuft so weit prima. Dann aber will Psyche wissen, wer Eros eigentlich ist, es könnte ja sein, dass es sich bei ihm in Wirklichkeit bei ihm um einen Bösewicht handelte. Zwei Dinge braucht sie zu diesem Zwecke: eine Lampe und ein Messer. Die Lampe kann sie entzünden, sobald Eros eingeschlafen ist. Sie bringt ihr die Erkenntnis, ob er ein Monster ist oder nicht. Das Messer symbolisiert die Handlungsfähigkeit: sollte er sich als Monster erweisen, kann sie ihn damit töten.

Beide Werkzeuge - im übertragenen Sinne - benötigen die von der schockierenden Diagnose Betroffenen auf ihrer Reise in die Unterwelt: die Lampe, d.h. die Bewusstheit, die das Licht ins Dunkel des Unbewussten bringt (handelt es sich bei der Erkrankung um ein Monster oder evtl. gar einen Helfer bzw. Lehrer?), und das Messer, das ihnen Handlungsfähigkeit verleiht. Eine Fantasiereise, eine schamanische Reise, ein solch hypnotischer oder Trancezustand ist also keineswegs eine passive Sache, sondern dient der aktiven Problembewältigung, die man trainieren kann.

Blütentraum

Um prinzipiell dasselbe geht es beim Schlafen und Träumen. Auch dies ein Abstieg in die Unterwelt, scheinbar nicht bewusst zu steuern, manchmal voller Dämonen und Schrecken.

Für Sie, die Sie dies lesen und sich hoffentlich bester Gesundheit erfreuen, können Blütenessenzen den Einstieg in diese Welt des Denkens und Erlebens erleichtern. Im Schlaf bereiten wir uns auf den Tag vor, wir verarbeiten Geschehnisse von gestern, und je nachdem wie gut uns dies gelingt, können wir frisch und voller Energie in den neuen Tag starten. Bewusstes Träumen kann uns bei der Bewältigung des Alltags ebenso helfen wie beim Erkennen des tieferen Sinnes einer schlimmen Krankheit. Doch bevor wir uns mit letzterem konfrontieren, beginnen wir lieber mit den weniger erschreckenden Aufgaben.