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Die hohe Kunst, sich selbst zum Narren zu halten

 

Blütenessenzen bei Selbstbetrug

Kürzlich entdeckte man ein 1533 vor der Küste Namibias gesunkenes Handelsschiff mit dem Namen »Bom Jesus«, portugiesisch für »Guter Jesus«, ein wahrer Schatz für die Wissenschaft. Mir schossen sogleich zwei Fragen durch den Kopf, die gar nichts mit der Erforschung alter Handelswege und Bergung wertvoller Güter zu tun haben. Wieso hieß das Schiff eigentlich »Guter Jesus«? Gab es denn auch einen schlechten? Hinterhältiger meine Frage Nummer 2: Wie konnte es sein, dass auf einem Schiff, das den Namen Jesus trägt, Sklaven gehalten wurden? Jesus, und noch dazu ein »guter Jesus« ein Sklavenhalter?

Schatz der Bom Jesus

Sich selbst nach außen besser darstellen zu wollen, als man tatsächlich ist, oder sich auch nur besser zu finden als man tatsächlich ist, ist kein Privileg des Mittelalters. Allah trägt 99 Namen, und es kommt einem schon wie ein sehr schlechter Scherz vor, wenn jemand im Namen »des Vergebenden« (einer der 99 Namen) an einem sonnigen Vormittag zwei Dutzend Kaffeetrinker in einem Straßencafé in die Luft jagt, weil dieses unglücklicherweise in Tel Aviv liegt.

Im Namen des Guten Sklaven halten und Kaffeetrinker töten. Aus etwas distanzierter Betrachtung fällt der Widerspruch unmittelbar ins Auge. Wenn man mittendrin steckt, hingegen nicht. Jedoch nicht ausschließlich andere leiden dieser Form der Selbsttäuschung, meistens ist man es ja selbst. Man erkennt es nur halt beim anderen viel leichter.

Beispiele für den Selbstbetrug gibt es in Hülle und Fülle:

  • Ich kann jederzeit aufhören.
  • I had no sex with that woman.
  • Es ist alles meine Schuld (wahlweise auch: Es ist alle deine Schuld).
  • Ich will doch nur dein Bestes.
  • Keiner hat mich lieb.
  • Vertraue mir, ich weiß, was ich tue.


Heute möchte ich Ihnen eine Blütenessenz vorstellen, die uns auf die blinden Flecken in unserer Sichtweise der Dinge hinweist. Die den Finger in die Wunde legt. Dorthin wo‘s wehtut, weil sie uns erkennen lässt, wo wir uns geirrt haben, wo wir Illusionen erlegen waren, wo allerlei scheinbar gute und verständliche Gründe uns dazu veranlassten, etwas zu tun, das uns oder anderen schadete, oder umgekehrt etwas zu lassen, das wir hätten tun sollen.

Das ist kein Spaß. Deshalb macht diese Blüte auch keinen Spaß:

Große Nachtkerze - Oenothera biennis
Signifikant bei dieser Pflanze und durch den Namen bereits angedeutet ist die Tatsache, dass sie nachts blüht. Ihre Blüten öffnen sich gegen Abend und sind schon im Laufe das darauf folgenden Vormittags wieder verblüht. Für diese kurze Blütezeit der Einzelblüte entschädigt uns die Pflanze mit einer von Juni bis September dauernden Blüte. Mittlerweile zählen die Nachtkerzen zu den weltweit am häufigsten zur Herstellung von Blütenessenzen genutzten Pflanzen, aus Kalifornien kennen wir sie als Evening Primrose. Es gibt Sorten, die die Wüste als Lebensraum bevorzugen, andere finden sich im gemäßigten Klima in England, selbst in Neuseeland gibt es welche. In den Niederlanden ist eine Sorte (O. lamarckiana) bekannt, deren Blüten einen Durchmesser bis zu 15 cm erreichen (Teunisbloem). Bei der hier gemeinten handelt es sich um die gemeine oder gewöhnliche Nachtkerze. Sie kam vor vier Jahrhunderten aus Nordamerika zu uns und wurde als Schmuckpflanze in Gärten gepflanzt, hat sich mittlerweile aber selbstständig gemacht und findet sich bevorzugt am Düsseldorfer Autobahnkreuz (u.a.). Ursprünglich einheimische Verwandte dieses Immigranten sind übrigens die Weidenröschen. Wie sich herausstellte, passen beide nicht nur in der Pflanzen-, sondern auch der Essenzenwelt ausgezeichnet zusammen.

Grosse Nachtkerze

Zwei Dinge der Signatur deuten auf ihre Wirkung als Essenz hin: Zum einen öffnen sich die Blüten zum Abend hin, zum anderen tun sie dies in einer enormen Geschwindigkeit. Man kann den Blüten buchstäblich beim Erblühen zuschauen.

Die nächtliche Blüte wird durch die Bestäubung durch Nachtfalter bedingt, es würde sich für die Pflanze schlicht nicht lohnen, die Blüten tagsüber zu öffnen. Im Schamanismus stehen Nachtfalter für die Seele, die vom Licht angezogen wird.

Das deutet darauf hin, dass die Wirkung, in diesem Falle die Erkenntnis, sehr schnell eintritt und Dinge, die bisher im Dunkel verborgen waren, nun ans Licht kommen. Unvorbereitet kann einen das wie ein Hieb treffen:

  • »Ich fand mich immer rücksichtsvoll, mir ist nie aufgefallen, dass ich dir meinen Willen aufzwinge.«
  • »Unbeherrscht? Ich? Ich bin doch die Ruhe selbst ... dachte ich«.
  • »Du findest mich borniert und stur? Mich, der ich doch allem Neuen offen gegenüberstehe?«
  • »Arrogant? Ich? Also, ich bitte dich, das musst du mit deiner Grundschulbildung wohl missverstanden haben.«

Nicht zwangsläufig muss derart unerwartet eintretende Erkenntnis die entwicklungsfähigen Seiten unseres Selbst beleuchten. Im Gegenteil, diese Blüte kann uns auch unsere guten Seiten zeigen, derer wir uns nur nicht bewusst waren. Die Zweifler an sich selbst können begreifen, dass sie instinktiv richtig gehandelt haben, um ein Beispiel zu nennen. Die Zauderer können ihre Begabung erkennen und entsprechende Lebensentscheidungen treffen. Die sich selbst Verachtenden können endlich ihr Selbstbild korrigieren. Das alles stellt nur die andere Seite derselben Medaille dar.

Bei der Großen Nachtkerze handelt es sich um eine zeit- und situationsgebunden wirkende Blütenessenz, in gewissem Sinne vergleichbar mit der Bachblüte Walnuss. Diese hilft, einmal getroffene Entscheidungen standhaft durchzusetzen und zu verfolgen. Jedoch führt sie keine Entscheidungen herbei, d.h. bevor man sich zu etwas entschlossen hat, wäre die Einnahme der Walnuss Essenz vollkommen wirkungslos. Ähnlich verhält es sich mit der Nachtkerze. Bevor man zur Selbsterkenntnis bereit ist, bleibt der Einsatz sinnlos. Daher kann sie (so gut wie) nie am Beginn einer Blütenbehandlung stehen. Häufig müssen zunächst gewisse Problembereiche bearbeitet werden, um einen für die Konfrontation mit sich selbst zu stärken. Dabei kann es sich beispielsweise um ein unverarbeitetes Trauma handeln. In schlimmen Fällen »vergessen« Menschen buchstäblich, was ihnen widerfahren ist, solange sie innerlich nicht kräftig genug sind, sich dem zu stellen.
Hier bietet sich die Schwesterpflanze Schmalblättriges Weidenröschen an, deren Wirkung in Natur und Seele die unsichtbaren Bereiche betrifft. Seine Wurzeln heilen den Boden nach Bränden und ähnlichen Naturkatastrophen. Man sieht es nicht, oder anders ausgedrückt: man sieht es allein anhand seiner Auswirkungen, dass nämlich im folgenden Jahr sich wieder andere Pflanzen ansiedeln können, denen der verbrannte Boden sonst allzu schnell den Garaus machen würde. Vergleichbar verhält es sich mit der Seelenwirkung des Weidenröschens. Es heilt im Unbewussten. Man bemerkt seine Wirkung erst durch die neu entstandene Kraft zur Konfrontation mit sich selbst, wie sie die große Nachtkerze ermöglicht.
Und dann kann die Wirkung der Nachtkerzenessenz in der Tat blitzschnell eintreten.

Es gibt auch noch eine ‚kleine Schwester‘ der Großen Nachtkerze:

Kleine Nachtkerze - Oenothera parviflora
Dies ist in gewissem Sinne eine Kinderblüte, sie befreit von den Ängsten, die man selbst in sich verursacht. Wobei ich vorwegschicken will, dass Angst prinzipiell eine gute Sache ist, ja lebensrettend wirken kann. Kinder sind rein körperlich kaum in der Lage, sich wirkungsvoll zur Wehr zu setzen, wenn Unheil droht. Was sie dagegen können, ist weglaufen und sich verstecken. Kinder, die keine Furcht kennen, sterben früher. Genau wie Schmerz ist auch Angst ein Regulativ, das dafür sorgt, dass wir uns von Gefahren fernhalten. Die besondere ichbezogene Denkweise kleiner Kinder lässt sie mehr auf sich nehmen als nötig. Wenn Papa und Mama streiten, suchen sie die Schuld dafür bei sich selbst. Erst später im Laufe des Aufwachsens lernen sie, von sich selbst zu abstrahieren.

Kleine Nachtkerze

Vorher aber kann überbordende Phantasie für manch überflüssige Angst sorgen. Der Faltenwurf der Gardine verbirgt kein Ungeheuer, das Ungeheuer entsteht nur in der Phantasie des Kindes. Auch unter dem Bett lauert keine Hexe. (Naja, manchmal schon)
Wie die Große bringt auch die Kleine Nachtkerze Licht ins Dunkel. Sie erhellt die Projektionen und macht sie erkennbar. Sie lässt den unheimlich über die Wände huschenden Schatten als direkte Wirkung meiner Bewegung durchschauen.
Und wenn auch das nicht hilft, kann man ja die Tür zum Flur einen Spalt weit offen stehen lassen...