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Ferien von der eigenen Biografie

 

Der Held kriegt eins auf den Schädel, geht zu Boden, und als er wieder aufwacht, kann er sich an nichts mehr erinnern, nicht einmal seinen Namen. Das ist der Stoff, aus dem Hollywoodfilme gemacht werden. Im richtigen Leben ist mir Amnesie allenfalls als partielle begegnet. Menschen hatten bestimmte Dinge »vergessen«, z.B. die Sekunden kurz vor dem Unfall. Manches vergaßen sie auch nur kurzzeitig und verhielten sich in dieser Zeit auf unerwartete Weise. Wie die Mitglieder einer Therapiegruppe im psychiatrischen Krankenhaus, als sie zu einer Tanzstunde versammelt wurden. Zunächst war es nicht ganz einfach, ihnen aus ihrer Starre zu helfen. Depressive zeigen in ihrer Körpersprache nicht gerade den Ausdruck überschäumender Freude an der Bewegung, und aller Anfang, man weiß es ja. Es wurden ein paar gruppendynamische Spielchen eingestreut, fröhliche Musik gespielt, Scherze gemacht, und die Stimmung wurde tatsächlich Zusehens ausgelassener. Schließlich war der ganze Klub in Bewegung, tanzte und lachte und amüsierte sich - bis. Tja, bis sich einer von ihnen mit der flachen Hand auf den Mund schlug, verstummte und versteinerte. Ich habe keine Ahnung, was ihm in diesem Augenblick durch den Kopf geschossen war. Ich nehme an, es war so etwas wie »Ach, du lieber Himmel, ich bin doch depressiv, ich darf gar nicht lachen«. Am Ende würde er gar noch als geheilt aus seiner beschützenden Umgebung entlassen...
Das Verstummen war hochinfektiös, der Spaß war vorbei.

Ferien
Ferien vom Ich

Die ganze Gruppe hatte eine kleine Weile lang eine »Amnesie« für das, was sie über sich selbst mit Überzeugtheit zu wissen schien, nämlich unfähig zum Empfinden von Lebensfreude zu sein. In dieser kurzen Zeit wurden Bruchstücke dessen sichtbar, was ihnen möglich wäre, wenn sie sich von dieser inneren Fessel befreien könnten.

Im Prinzip ist es genau das, was jeder übt, der meditiert.

Die Dinge, die Orientierung geben, die Gewissheiten und Überzeugungen, sie engen einen zugleich ein. Zumal wenn sie sich nicht einmal mit der Realität decken, was durchaus vorkommt. Wie bei dem schlauen Mädchen, das sich gegen die höhere Ausbildung entschied, weil es glaubte, zu dumm zu sein. Sie bewarb sich erst gar nicht, nahm irgendeinen Job an, war nie zufrieden mit einem Leben im Mittelmaß, aber hatte es ja sowieso schon immer gewusst. Wenn schon sonst nichts dabei heraussprang, so doch wenigstens eine Form der Selbstbestätigung. Wie einengend das Rechthaben doch sein kann.

Wie wäre es mit einer kleinen Amnesie für einschränkende Überzeugungen, Wahrnehmungsfilter, Vorurteile über uns selbst und andere? Ferien von der eigenen Biografie!

Gelegentlich lasse ich Gruppen in einer Fantasiereise solche Ferien erleben. Ich glaube, die Leute mögen es. Sie vergessen eine kleine Weile, dass sie die eine Person nicht mögen, mit einer anderen im Streit liegen, einer Dritten misstrauen. Sie vergessen, dass sie als Kind von einem Hund gebissen wurden, dass ihr Papa sie im wichtigsten Augenblick ihres Lebens im Stich ließ. Und sie vergessen, dass sie bestimmte Dinge wirklich nie kapieren werden, dass sie vollkommen phantasielos sind und dass von ihrem Anblick nicht der geringste Reiz ausgeht.

Man denkt das Undenkbare, das man sich selbst bisher nicht erlaubte. Wenn allerdings etwas erst einmal denkbar ist, ist der Schritt zum »machbar« nicht mehr ganz so groß.

Das Ziel einer Blütenbehandlung ist jedoch nicht, etwas »wegzumachen«, etwas vergessen zu lassen, sondern etwas hinzuzufügen. Eine neue Qualität, neuen Mut, eine neue Perspektive in einem selbst entstehen zu lassen. Insofern wird es wohl nichts mit der Amnesie durch Blütenessenzen. Aber ein Gefühl der »Ferien vom Ich«, das können sie schon in uns fördern. In den Ferien verhält man sich einfach viel entspannter, auch wenn einem bewusst ist, dass nach der Rückkehr nach Hause dieselbe Arbeit, dieselben Probleme und Herausforderungen auf einen warten und sich nichts verändert haben wird. Naja, etwas schon: wir selbst nämlich. Wir sind erholt, entspannt und fühlen uns wieder motiviert - gehen wir mal davon aus, dass der Urlaub sich auch gelohnt hat.

Was bietet uns das Schatzkästchen der Blütenessenzen da konkret an?

Eibisch - Althaea officinalis
Diese Blütenessenz eignet sich besonders für Menschen, die sich selbst enge Grenzen setzen. Das wäre an sich nicht einmal so schlimm, es soll Leute geben, die halten sich ihr Leben lang an einem Ort auf, bleiben reglos stundenlang mit verknoteten Beinen auf einem Kissen sitzen und gucken nicht mal Fußballweltmeisterschaft. Typisch für ein Problem der Eibisch-Sorte ist die Unzufriedenheit damit, das Gefühl, gefangen und eingeschlossen zu sein.

 Eibisch

Man hat Eibisch schon Menschen gegeben, die im Wortsinne eingeschlossen waren, was Erleichterung verschaffte, des Rätsels Lösung jedoch nicht war. Zufriedenheit im Knast kann auch Valium herbeiführen - allerdings durch Dämpfung, während es bei Blütenessenzen immer um Förderung geht.

Eher geht es um das Gefühl, in sich selbst gefangen zu sein, mit all den Problemen und Unzulänglichkeiten. Man möchte aus der Haut fahren - nur draußen wird es auch nicht besser aussehen, wenn man nicht das Innen kräftigt.

Mit Amnesie hat das alles nichts zu tun. Oder doch? Die Gelegenheit, über sich hinauszuwachsen, wird sich erst ergeben, wenn man bereit ist, sie zu erkennen. Darum geht es bei Eibisch. In dem Augenblick, in dem man sich neu entdeckt, werden die alten Gewohnheiten und Überzeugung langweilig. So funktioniert nun mal unser Nervensystem: Neues (und Plötzliches) hat immer Vorrang. Man gewöhnt sich an gleichbleibende Dinge und wird erst bei Veränderung wieder aufmerksam. Da schieb ich mir die Brille auf den Kopf, um das Kleingedruckte von Nahem besser lesen zu können - und nach einer Weile ist sie weg. Nicht wirklich, nur aus meiner Wahrnehmung. Eine heftige Bewegung, die die Brille ins Rutschen bringt: ach, da bist du ja. (Ich muss mich vorsehen, jetzt rede ich schon mit meiner Brille)

Damit will ich nur deutlich machen, dass die Bereitschaft, Neues wahrzunehmen, das Interesse verlagert und manches einfach uninteressant (nicht im wörtlichen Sinne vergessen) wird.
Eibisch ist die Blüte, die uns erkennen lässt, dass die ein oder andere Grenze, die wir uns selbst gesetzt haben, nur in der Phantasie besteht. Geben wir einer Ratte eins auf den Kopf, wenn sie einen Knopf drückt, hört sie damit auf. Der Haken dabei: Selbst wenn wir die Maschine umprogrammieren und statt einer Kopfnuss eine Handvoll Futter ausgeschüttet wird, drückt die Ratte den Knopf nicht mehr. Es reicht aus zu glauben, da käme ein Hämmerchen, er muss nicht wirklich da sein.
Kurzum: Eibisch fördert den inneren Realitätsabgleich, der Voraussetzung für eine Veränderung im Außen ist.

Geißblatt - Lonicera caprifolium
Eine gute alte Bekannte, die Bachblüte Honeysuckle. Wir kennen sie als häufig genutzte Essenz für ältere Menschen, die vor lauter Schwelgen in der guten, alten Zeit, das Hier und Heute vollkommen vergessen. Hoffnungslose Nostalgiker? Vielleicht.

Ein wenig beachteter Punkt taucht auf, wenn man etwas tiefer blickt. Wie soll ich ihn nennen? Den inneren Eichmeister? Den zwanghaften Vergleicher? Irgendetwas in ihnen lässt Menschen, die Geißblatt benötigen, stets und alles vergleichen. Der Genuss im Jetzt muss mit dem des Früher abgeglichen werden. Und schneidet dabei immer schlecht ab.

Sicher war das Wetter im letztjährigen Urlaub angenehmer, die Treppe zur Aussichtsplattform weniger steil und die Handtücher im Hotel weicher.
Aber soll ich mir jetzt von Handtüchern des vergangenen Jahres den augenblicklichen Urlaub vermiesen lassen?

Geissblatt

Vergessen wir‘s! Vergessen wir zu vergleichen und über alles, was wir erleben, die Schablone früher erlebter Freuden zu legen. Auch Geißblatt ist nicht wirklich eine amnestisch wirkende Essenz, sie richtet nur unseren Fokus auf die Gegenwart und lässt uns das Schöne erkennen, was uns jetzt in diesem Moment zur Verfügung steht.

Vielleicht als Anregung für Ihren ganz realen Urlaub: Grenzen überschreiten und die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen. Ich wünsche Ihnen gute Erholung!