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Sprache und die Entdeckung der Zeit

Beim Sprechenlernen leistet jedes Kind unbewusst die Übertragung von Konkretem auf eine symbolische Ebene. Wir freuen uns, wenn das Baby zum ersten Mal „Mama“ sagt, und würdigen dies als bedeutsame Leistung. Dahinter steckt ein diffizilerer Vorgang als nur das Nachplappern eines Lautes. Dem Laut muss eine Bedeutung gegeben werden. Mama ist nicht das zweimalige Zusammenführen der Lippen, anschließendes Öffnen und Ausatmen mit Bildung des Klanges A in der Kehle - jedenfalls nicht nur. Mama steht für eine besondere Person, ist eine klangliche Abstraktion und Reduktion eines komplexen Menschen mit den vielfältigsten Eigenschaften. Diesen Menschen in allen Facetten zu beschreiben, wäre ein zeitraubendes Unterfangen. Das Kind lernt jedoch, seine zeitlose Muttererfahrung in ein einziges kurzes, archetypisches Klangsymbol zu komprimieren.

Blüten für das Kehl-Chakra
Blüten für das Kehl-Chakra

So macht es das nach und nach mit allem, was ihm begegnet. Es baut innerlich eine Datenbank von Klangsymbolen auf, die es jederzeit abrufen und in sinnvolle Zusammenhänge bringen kann.

Ist es ungefähr drei Jahre alt, verändert sich sein Denken, und es lernt, Gegenstandsloses zu begreifen. Den konkreten Wortsymbolen wie Mama, Papa, essen und spielen gesellen sich abstrakte hinzu. Ein besonders Interessantes ist Zeit. Ohne ein Verständnis der Zeit ist das Hier und Jetzt immer und ewig. Geht Mama weg, ist für immer fort - in der Wahrnehmung der Kleineren.

Zeit ist an Sprache gekoppelt. Ohne Sprache gibt es keine Zeit, vielleicht nicht einmal menschliches Leben.

Ringelblume
Eine sprachfördernde Blüte: Ringelblume

Friedrich II. wird ein Experiment zugeschrieben, das wie folgt abgelaufen sein soll: „Der Kaiser wollte die ursprüngliche Sprache der Menschheit herausfinden. Deshalb ließ er einige neugeborene Kinder ihren Müttern wegnehmen und an Pflegerinnen und Ammen übergeben. Sie sollten den Kindern Milch geben, daß sie an den Brüsten saugen könnten, sie baden und waschen, aber keinesfalls mit ihnen kosen und zu ihnen sprechen. Er wollte nämlich untersuchen, ob sie (nach ihrem Heranwachsen) die hebräische Sprache sprächen, die älteste, oder die griechische oder die lateinische oder die arabische oder aber die Sprache ihrer Eltern, die sie hervorgebracht hätten. Aber er mühte sich umsonst, weil alle Kinder starben ... “ (Eberhard Horst, 1975)

In Zeiten, zu denen Gebärdensprache noch nicht existierte, wurden Gehörlose in die Rolle der Dorfdeppen gedrängt, mit denen nichts anzufangen war. Sie lernten keine Grammatik, auch nicht die einer Gebärdensprache, und verharrten auf einem frühen Entwicklungsniveau im ewigen Hier und Jetzt, jeden Tag aufs Neue. Mit ihnen wurde nicht kommuniziert, sie wurden nicht eingebunden und mussten zur Unmöglichkeit zu hören noch die soziale und emotionale Ausgrenzung hinnehmen. Anfänglicher Widerstand gegen die Einrichtung von Schulen für Gehörlose tat das seine zu ihrer Ausbremsung. Gebärdensprache war etwas für Affen, nicht für Menschen. Da war man eher bereit, ganz auf die Kommunikation zu verzichten.

Sprache verschafft einem Zugang, bringt Ordnung und Gewissheit. Zu wissen, dies tat ich gestern, das mache ich heute, und jenes werde ich morgen tun, bewusst zu wissen und formulieren zu können, was mein Zuhause ist, was wichtig und was weniger wichtig ist, schafft Orientierung und Selbstständigkeit.

Bevor, während oder nachdem sind nicht nur Zusammenhänge herstellend, sondern auch strukturbildend. Worte als Klangsymbole, die in unserem Inneren die Zeit sortieren.

Sprache befähigt zu vielschichtiger Kommunikation, verbindet Menschen und sorgt für Übersicht. Diejenigen, die Mühe haben, sich der durch Grammatik erschaffenen, realen sozialen und materiellen Struktur anzupassen, fallen auf. Kinder, mit denen nicht gesprochen wird, auch nicht in Gebärden, verkümmern. Solche, die hingegen ausreichend Anregung und Kontakt haben, mit denen auf die verschiedensten Weisen kommuniziert wird, erhalten den Schlüssel zu ihren inneren Ressourcen.