Wer ist online?

Aktuell sind 64 Gäste und keine Mitglieder online

Suche

Interaktiv

Neue Kommentare

  • dalbrodt schrieb weiter
    Flower Energy Mamboya Sonntag, 22. März 2015
  • Anonym schrieb weiter
    Von den Blüten, die du vorgeschlagen... Sonntag, 22. März 2015
  • arche 2000 schrieb weiter
    Wer bietet dieses an, bzw. vertreibt... Freitag, 20. März 2015
  • Jaschi schrieb weiter
    Ich habe vor vielen Jahren Bachblüten... Donnerstag, 19. März 2015
  • dalbrodt schrieb weiter
    Wenn das jemand weiss, dann die... Mittwoch, 28. Januar 2015

Unsere App

Das Blütenessenzen Infozentrum jetzt auch auf Ihrem Android Tablet!

Empfehlung

Das Handbuch:

Cover

Näheres hier

Bestellmöglichkeit hier

Fachbereiche

Die Sache mit dem Multitasking

Viele Leute denken ja heutzutage, das Gehirn sei ein Computer. Stimmt zwar nicht, macht aber nichts, die Analogie wird dennoch gern verwendet. So fand auch der Ausdruck des Multitaskings den Weg aus der Computerwelt in die menschliche, und die meisten glauben auch noch, das sei etwas Positives. Was ich in Frage stellen möchte.

Work
Work - Renanthopsis Mildred Jameson

Tatsächlich ist es etwas komplett normales und alltägliches. Ja, es ist so gut wie unmöglich, nicht zu multitasken. Ich kann wohl auf dem Stuhl sitzen. Gleichzeitig wollen meine Augen aber gucken, meine Nase riechen, meine Ohren hören. Am schwierigsten ist es, das Atmen einzustellen. Es stellt sich heraus: man tut immer mehrere Dinge zugleich, und viel schwieriger als Multitasking ist, nur eines zu tun.

Selbst beim Meditieren gebe ich meinem Hirn noch Futter, damit es nicht umherschweift und sich womöglich in irgendwelche unangenehmen Themen verbeißt. Ich lass es meine Atemzüge zählen. Nicht dass das irgendeinen Sinn ergebe, es ist mir völlig schnuppe, wie oft ich während der Meditation atme. Hauptsache mein Hirn hat was zu tun und stört mich nicht weiter. Was es gelegentlich aber doch tut. Kürzlich ertappte ich mich bei irgendwelchen unnützen Gedanken, während ich weiter gezählt hatte. Ich war kein bisschen stolz auf mein grandioses Multitasking.

Nachdem nun Wissenschaftler festgestellt haben, dass man viel schneller fertig ist, wenn man eine Aufgabe nach der anderen erledigt, statt zu versuchen, sie alle gleichzeitig zu bewältigen, scheint der Zauber des Allesgleichzeitigtuns verflogen.

Endlich Raum fürs Unitasking (wenn man mal meine obige Haarspalterei mit dem Sitzen und Gucken und Atmen außer Acht lässt). Sich ganz auf eine Sache konzentrieren, das ist es. Das geht am leichtesten, wenn man von ihr fasziniert ist.

work

Work - Renanthopsis Mildred Jameson
Diese Orchidee hilft, den Sinn im Profanen zu finden, das Einfache ebenso schätzen zu lernen wie das Hochentwickelte. Dem Alltäglichen auf die Schliche zu kommen, die Langeweile auszutricksen. Das Tun gibt unserem Leben seinen Wert. Und sei es, dieselbe Schraube wieder und wieder festzuziehen. Sicher macht es keinen Spaß, sicher lässt man sich gerne ablenken von Interessanterem, und nur allzu oft wird man nachlässig, weil es anstrengend ist, bei eintönigen Aktivitäten die Konzentration hochzuhalten.

Work ist die Blüte der positiven Einstellung zum Arbeiten. Eine, die ödes Tun zur Meditation werden lässt. Eine, die einen anstößt, die Augen zu öffnen und den größeren Zusammenhang zu sehen. Ja, eine, die selbst Leben retten könnte. Menschen in aussichtslosen Lagen sterben oder sie tun etwas. Es gibt Berichte von Gefangenen, die sich damit beschäftigten, die Ecken der Steine ihrer Zellen zu zählen, um nicht durchzudrehen. Work als Essenz hilft, sein Handeln zu verändern, wenn es keinen Sinn ergibt, oder ihm einen Sinn zu verleihen. So oder so: man kann nur gewinnen.


Die zweite Blüte fürs Unitasking steht für eine ganz besondere Lebensqualität. Sich ganz auf eine Sache konzentrieren geht am leichtesten, wenn man gebannt ist und wenn sie einen fordert. Dadurch gerät man in einen Zustand, wie er hier beschrieben ist:

»Dann überkam mich die Glückseligkeit. Es ist äußerst schwierig, das jemanden zu erklären, der kein Bergsteiger ist. Es ist ein Zustand völliger Entspannung, vollkommener Freude und unbeschreiblicher Dankbarkeit, dass der Berg einem sowas gewährt - so anmutig und schön den senkrechten Fels hinabzusteigen, und immer gibt er einem etwas zum Festhalten, während man klettert. Es ist wie »vollkommen zu Hause« sein, so vollständig zu Hause, wie nirgends sonst. (...) Es ist die totale Entspannung
(Dolores Lachapelle - heilige Erde, heiliger Sex, Saarbrücken 1998, S.151)

Persönlich ist es mir der Gedanke eher fremd, am senkrechten Fels zu hängen und mich dabei zu entspannen, das Gefühl aber, das hier beschrieben ist, kenne ich sehr wohl. Meist entwickelte sich eine Aktivität unerwartet und scheinbar ohne Ursache in ein tranceartiges Handeln, das mich alles andere um mich herum vergessen ließ. An einer klitzekleinen Tonfolge stundenlang herumzuschrauben, zwei, drei Trommelschläge zu wiederholen, bis auch der letzte Nachbar wahnsinnig war. Eintöniges, stumpfsinniges Tun, in dem ich komplett aufging. Manchmal wurde ich vom Durst wieder in die Gegenwart zurückgeholt und stellte fest, dass es schon lange dunkel war. Dieser Zustand hatte wahrhaftig etwas von der beschriebenen Glückseligkeit und ließ mich ihn immer wieder anstreben. Es musste gar nicht Musik sein, das Versinken im eigenen Tun kehrte auch bei anderen gestalterischen Tätigkeiten zurück. Wie unglaublich müsste es sein, auch im gewöhnlichen Tun in etwas zu geraten, das Psychologen so nennen, wie eine gewisse Orchidee heißt:

Flow

Flow - Encyclia vespa
Diese zentralamerikanische Orchidee lädt ein, mit ihr durchs Leben zu gleiten, immer im Fluss zu bleiben, die Kräfte um sich herum zu nutzen, sich zu beugen, aber nicht zu brechen, traumwandlerisch sicher dem inneren Kompass zu folgen, zu sich selbst zu stehen und sich auf sanfte und natürliche Weise durchzusetzen.

Bei dieser Blüte geht es nicht allein um das Leben im Augenblick, wie oben beschrieben, sondern darüber hinaus um den Rhythmus des eigenen Lebens, das innere Wissen, wann es natürlich und richtig ist, eine Veränderung einzuleiten, sich dem Auf und Ab anzupassen, statt dagegen anzukämpfen. Den inneren Widerstand gegen das aufzugeben, was geschehen soll, stattdessen aktiv an dessen Gestaltung mitwirken. Im Fluss bleiben. Nicht verzagen, nicht jammern, sondern Chancen und Möglichkeiten erkennen und ergreifen.