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Kindliche Prägungen und Gewohnheiten

Käptn vs. Steuermann
Man stelle sich vor, das Schiff ist auf Kurs, macht ordentlich Dampf, da meldet der Junge vom Ausguck, vor uns liege ein mächtiger Eisberg. Der Käptn gibt seinem Steuermann das Kommando „rechts dran vorbei fahren“ (oder wie immer der Seemann dazu sagt), der Steuermann antwortet „Wohl kaum, Käpt'n, das haben wir noch nie so gemacht, außerdem war hier auch noch nie ein Eisberg, ich halte den Kurs“.

Was soll dann groß passieren?
Wir kollidieren, kentern und sinken halt. So einfach ist das.
Und dem starrsinnigen Steuermann können wir auch nicht mehr zu vier Wochen Latrinenputzen verdonnern, denn der ist mit allen übrigen zusammen untergegangen.

Untergang
Prinzipientreu bis zum Schluss

Unvorstellbar?
Aber überhaupt nicht! Stellen wir uns analog dazu vor, der Käptn sei unser Verstand. Er erkennt, dass rauchen schädlich ist,
gibt das Kommando „Feuer einstellen!“ - und der Steuermann kontert mit „Mir doch egal!“ und zündet sich genüsslich eine an.

Der Steuermann hat sozusagen die Funktion eines Autopilot, eigentlich eine höchst praktische Einrichtung, die unserem Käptn erlaubt, auch mal ein Nickerchen zu machen, ohne dass zu befürchten steht, der Atem setze aus, wenn der Oberkontrolleur mal nicht aufpasst. Und er ist gründlich, hartnäckig, zuverlässig, er hält das Schiff auf Kurs. Wunderbar! Nur gelegentlich ist er ein wenig stur. Wird vom Kurs abgewichen, reagiert er, indem er uns Unruhe oder Schmerz oder sonst etwas spüren lässt.

Und das tut er auch bei den banalsten Dingen. Nehmen wir das Beispiel Zähneputzen. Der überwiegende Anteil der Rechtshänder beginnt mit der linken oberen Zahnreihe. Automatisch, ohne groß darüber nach zu denken. Liebe Rechtshänder unter den Lesern: beginnen Sie doch heute mal auf der anderen Seite!

Oder falten Sie mal Ihre Hände – welcher Daumen liegt oben? Unsere Anatomie lässt es ohne weiteres zu, die Hände anders zu falten. Aber wie merkwürdig fühlt sich das an!

Die Macht der Gewohnheit
Die Macht der Gewohnheit

Weichen wir von unserer Routine ab, reagiert unser Steuermann mit Kurskorrektur, indem er uns irgendwie unbehaglich fühlen lässt. Gewohnheiten und Verhaltensmuster zu ändern, ist demnach gar nicht so einfach.

Manche versuchen es mit Zwang. Sie glauben, es genüge allein ein starker Wille, um den Steuermann zu Änderung seiner Haltung zu zwingen. Weit gefehlt! Versuchen Sie mal, sich nicht aufzuregen, wenn Sie zum wiederholten Mal beim Rendezvous versetzt wurden - wenn die Kinder schon wieder den gesamten Matsch aus der Spielkloake ins Haus schleppen - wenn Sie schon wieder den Kopf hinhalten müssen für den Mist, den der schlampige Kollege gebaut hat ...

Automatisierte emotionale Reaktionen sind das Werkzeug unseres Steuermanns. Warum aber fällt es uns so schwer, diesen hilfreichen Mitarbeiter auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen?

Es hängt mit dem Phänomen des Lernens zusammen. - Vielleicht (denn was Sie hier lesen, ist nichts als Hypothese).

Die intensivste Lernphase in unserem Leben spielt sich gleich zu Beginn ab, wen wundert's. Und es sind schwierige Dinge, die wir da zu lernen haben, ohne die alles spätere schwerer oder gar unmöglich wäre. Wir trainieren unsere Bewegungskoordination ebenso wie unseren Gleichgewichtssinn. Wir lernen kommunizieren. Wir geben angenehmen wie unangenehmen körperlichen Empfinden Namen (Hunger, Müdigkeit etc.) und lernen, mit ihnen umzugehen. Ist es da so abwegig, einmal anzunehmen, dass wir genau in dieser Zeit auch „Gefühle lernen“? Und deren innere Bewertung?

Es erscheint mir nicht unwahrscheinlich, dass wir in den ersten Lebensjahren mit allem Wesentlichen auch Gefühlsreaktionen erlernen. Wenn wir nun einmal daran denken, wie es sich beispielsweise mit der Sprache verhält, bekommen wir vielleicht eine Idee davon, wie schwer es sein muss, Gefühlsreaktionen zu verändern. Scheinbar spielend erlernen wir die Sprache unserer Eltern. Und wenn sie verschiedene Sprachen sprechen, dann lernen wir eben mehr als eine. Wie kommt es nur, dass wir so lernbegabte Wesen uns dann so schwer damit tun, eine neue Sprache zu erlernen, wenn wir erst einige Zeit später damit beginnen? Und was wir auch tun, wie intensiv wir auch üben, am Ende behalten wir doch unseren Akzent und machen kleine, für unsere Herkunftssprache typische Fehler, an denen man gewöhnlich den Ausländer erkennt (es sei denn, wir sind Sprachgenies, aber Ausnahmen bestätigen wohl oben genannte Regel)

Kehren wir jetzt zum Bild vom Käpt'n und seinem Steuermann zurück, finden wir eine Parallele: der Käpt'n sagt: „Spanisch, Marsch!“, der Steuermann antwortet: „Paella“, stottert ein bisschen und schweigt fortan. Das Umsteuern der Sprache scheint ähnlich schwierig wie das der Emotionen. Und beide haben gemeinsam, im frühesten Kindesalter geprägt zu werden. Ein Versuch, sie zu ändern, scheint so erfolgversprechend wie der, einen Zug abbiegen lassen zu wollen. Das hätte aber dort geschehen müssen, wo die Weiche war. Wenn wir's jetzt tun, steht der Entgleisung nichts mehr im Wege.

Was also liegt näher – bildlich gesprochen – als zurückzukehren zu der Stelle, wo sich die Weiche befand und dort die Richtung zu wechseln.

In der Blütenpraxis hieße dies, neben der Essenz, die das aktuelle Problem anspricht, auch (mindestens) eine weitere in die Mischung zu geben, die auf die frühkindliche Prägung einwirkt, um quasi das Übel an der Wurzel zu packen. Kurz: gönnen wir unseren Klienten (und uns selbst) mal wieder eine „Kinderblüte“. Welche davon könnten uns bei der Lösung aus festgefahrenen Verhaltensweisen und eingefahrenen Gefühlsreaktionen behilflich sein? Bei welchen Gelegenheiten stehen wir uns selbst im Weg, weil wir immer noch die alten, heute nicht mehr angemessenen Gefühle entwickeln? Die schlimmsten darunter will ich heute ansprechen.

Weibliche Kieferblüte
Weibliche Kieferblüte

Was mir in Deutschland immer auffiel, war, dass Kritik seitens der Eltern als positiv wirkender Ansporn angesehen wird.
Solange Kinder irgendetwas erfolgreich bewältigen, wird das so hingenommen. Machen sie Fehler, wird kritisiert. Als Beispiel fällt mir eine Frau ein, die obwohl längst erwachsen immer noch die Anerkennung ihres Vaters suchte. Als sie als Sportlerin eine persönliche Bestleistung schaffte, bekam sie beispielsweise nicht das Lob für eine gute Leistung, sondern wurde auf die weiteren Versuche  ingewiesen, die fehlgeschlagen waren. Kurz: man fand sogar noch Kritikwürdiges, wenn der Erfolg offensichtlich war. „Egal was ich auch tu, ich werde nie gut genug sein“ wirkt als innere Überzeugung jedoch nicht fördernd, sondern lähmend. - Ich empfehle einen Versuch mit Kiefer.

Glockenheide
Glockenheide

Ähnlich verhält es sich mit der Erfahrung von Solidarität. Selbst wenn das Kind Unsinn macht, Fensterscheiben einwirft
oder was auch immer – ja eigentlich gerade dann – muss es von der Familie geschützt werden. Gerade wenn es eng wird,
ist die Erfahrung, dass jemand einem bedingungslos zur Seite steht, von besonderer Bedeutung. Auch wenn den Erwachsenen die zerbrochene Fensterscheibe als Lappalie erscheint - um so schlimmer ist es für das Kind, gerade wegen einer Lappalie massiven Angriffen ausgesetzt zu sein. „Behalt deine Fehlschläge lieber für dich, mogel dich so durch, denn wenn es drauf ankommt, bist du eh auf dich allein gestellt“, könnte die Reaktion des Steuermanns sein. Und so macht er uns zu misstrauischen Außenseitern, die immer Probleme in Beziehungen haben. - Vielleicht geben wir dem Kind (wie dem in uns selbst) etwas Glockenheide...

Zottiges Weidenröschen Blüte
Zottiges Weidenröschen

Am verheerendsten sind die Folgen, wenn das Kind von seinen eigenen Eltern verletzt wird. Das kann letztlich dazu führen,
dass es nie wieder jemandem wirklich trauen kann. Es wird keine echten Grenzen setzen können, Menschen zu vertrauen versuchen, die das nicht verdient haben, sich anderen verschließen, die vertrauenswürdig sind, ein inneres Chaos und große Verletzungsanfälligkeit entwickeln. -  Echtes Springkraut gibt uns die Gefühlsenergie des (Ur-) Vertrauens zurück.

Vergessen wir bei der Nennung von Blüten für Kinder nicht das Zottige Weidenröschen, das die Notfallblüte für Kinder ist. Sollten wir auch als Erwachsene unsere früheren Notfälle immer noch mit uns herumtragen und dadurch selbst einschränken, dann ist es wohl höchste Zeit dafür.

Zottiges Weidenröschen Samen
Zottiges Weidenröschen Samen – Abflug, Befreiung, Aufbruch

Es gäbe noch einige weitere aufzuzählen, die Kindern wie dem Kind im Erwachsenen hilfreich sein können. Ich will es trotzdem bei den Genannten belassen, hoffend, dass das Prinzip deutlich geworden ist. Haben wir es mit einem emotionalen Problem zu tun, das auf Grundüberzeugungen basiert, die unser Leben einschränken, statt es zu fördern und zu bereichern, dann ist die Gabe von Blütenessenzen schneller und tief greifender wirksam, wenn wir neben der- oder denjenigen, die das aktuelle Problem ansprechen, eine weitere in die Mischung geben, die bis zum Ursprungszeitraum zurück wirkt.

© Dirk Albrodt 2005