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Klatschmohn

Klatschmohn - Papaver rhoeas

Klatschmohn gehört ursprünglich nicht in unsere Breiten. Seine Herkunft kann man mit dem vorderasiatischen, arabischen Raum eingrenzen. Er findet gar in der Bibel Erwähnung, das Gebiet sollte also ungefähr stimmen. Klatschmohn liebt die Gemeinschaft mit Getreide und gehört eigentlich auf jedes Feld, sofern er nicht chemisch vertrieben wird.

Klatschmohn

Er wird ein oder zwei Jahre alt und bis zu 80cm hoch. Die knallroten Blüten erreichen einen Durchmesser von bis zu 10cm. Daraus entstehen die Fruchtknoten, später die Samenkapseln, die ihre unzähligen winzigen kleinen schwarze Samenkörnchen dem Wind übergeben. Diese wurden lange als Würzmittel in der Küche verwendet, bevor im Laufe der Zeit spezielle Sorten gezüchtet wurden, die deutlich mehr Ertrag einbringen.

Bis dahin aber war es überhaupt kein Malheur, wenn Getreide und Klatschmohn gemeinsam wuchsen. Sie wurden eben gemeinsam geerntet und gebraucht.

Klatschmohn

Wen wundert‘s, dass Klatschmohn die Blume der Demeter, der griechischen Göttin der Fruchtbarkeit und der Vegetation, wurde.

Klatschmohn bedient sich übrigens des Menschen, um sich über sein eigentliches Heimatgebiet hinaus weiter zu verbreiten. Wurde Getreide geernet, war Klatschmohnsaat immer dabei, und mit jedem Sack Korn, der nach Norden transportiert wurde, reisten ein paar Mohnsamen als blinde Passagiere mit. So schaffte der Klatschmohn den Sprung über die Alpen, wo seine Existenz ab der Jungsteinzeit nachgewiesen ist.

Wenn hier nun am Feldrand ein Mohnkörnchen auf den Boden fällt, benötigt es zum Keimen UV-Licht. Da trifft es sich gut, wenn der Acker umgepflügt wird und die Samen des vergangenen Jahres wieder an‘s Licht kommen, wenn‘s beim ersten Mal nicht klappt. Diese Affinität zu UV-Licht kommt auch beim Anlocken von Bienen zur Wirkung. Bienen sind rot-blind, was die Blüten des Klatschmohns ziemlich unattraktiv für sie macht, aber der überreichlich produzierte Pollen reflektiert UV-Licht, was den Bienen wie ein Leitstrahl zum Anflug dient. Aber auch ohne Bienen kommt der Klatschmohn ganz gut zurecht. Er produziert keinen Nektar, sein Pollen dagegen ist so reich an Eiweiss, Fett, Kohlehydraten und Vitaminen, dass sich Insekten die fette Mahlzeit nicht entgehen lassen.

Die Menschheit griff lange Zeit ebenfalls gerne zu. Neben dem Verbacken der Samen wurden diese auch zu Öl gepresst, das teures Olivenöl ersetzen konnte. Aus den Blütenblättern wurde Sirup für Kinder gewonnen.

Aber auch rote Tinte (Zwischenfrage: Was schreibt man mit roter Tinte?).

Als Heilpflanze wurde Klatschmohn ebenfalls verwendet. Die Blüten enthalten Alkaloide und fanden in der Volksmedizin Einsatz als Schmerzmittel. Unruhe, Schlafstörungen und Atembeschwerden gehören des Weiteren zu seinen Indikationen. Die Schulmedizin betrachtet derlei Anwendungen jedoch zu Recht ein wenig skeptisch.

Schliesslich fand die Blume auch Eingang in menschliche Rituale, wurde als Liebesorakel gebraucht (auf die Blütenblätter schlagen, die Stärke des Knalls entspricht der Stärke der Liebe, die einem der oder die andere entgegen bringt) oder auch als eine Art guter Zauber, der frisch Vermählten ewiges Glück bescheren sollte, wenn man sie nur bei der Hochzeit mit frischen Blütenblättern überschüttet. Der bulgarische Pflanzenname Bulka bedeutet übrigens übersetzt Braut.

Klatschmohn

So haben wir es nun mit einem kleinen sowohl selbstständigen wie auch anhänglichen Wesen zu tun, das in menschlichen Herzensangelegenheiten seine Rolle spielt.