Wer ist online?

Aktuell sind 32 Gäste und keine Mitglieder online

Suche

Interaktiv

Neue Kommentare

  • dalbrodt schrieb weiter
    Flower Energy Mamboya Sonntag, 22. März 2015
  • Anonym schrieb weiter
    Von den Blüten, die du vorgeschlagen... Sonntag, 22. März 2015
  • arche 2000 schrieb weiter
    Wer bietet dieses an, bzw. vertreibt... Freitag, 20. März 2015
  • Jaschi schrieb weiter
    Ich habe vor vielen Jahren Bachblüten... Donnerstag, 19. März 2015
  • dalbrodt schrieb weiter
    Wenn das jemand weiss, dann die... Mittwoch, 28. Januar 2015

Unsere App

Das Blütenessenzen Infozentrum jetzt auch auf Ihrem Android Tablet!

Empfehlung

Das Handbuch:

Cover

Näheres hier

Bestellmöglichkeit hier

Fachbereiche

Meditation und Alltag - Teil 1

Die innere Stimme zum Schweigen bringen

E. hat ein langes arbeitsreiches Wochenende hinter sich, doch endlich ist Feierabend. Nun nur noch die zwei Stunden mit dem Auto durch die Nacht nach Hause, dann kann sie sich endlich etwas ausruhen. Sie merkt, wie ihr die Müdigkeit durch die Knochen kriecht. Eintönig trommelt der Regen auf‘s Autodach, zum Glück sind die Straßen leer, aber noch liegt ein langes Stück Wegs vor ihr. Der Kaffee vorhin lässt mit seiner Wirkung auf sich warten, sie sehnt sich danach, die Schuhe auszuziehen, die Füße hochzulegen, die Spannung des Tages aus dem Körper weichen zu lassen.

Wenn Sie jetzt meditieren, gelangen Sie blitzschnell ins Nirvana

Prima Gelegenheit zur Meditation

Sie starrt auf die schwarze, glitzernde Straße vor sich. Die Arme werden ihr schwer, genau wie die Augenlider. Sie denkt an das weiche Kopfkissen, das zu Hause auf sie wartet. Jetzt einfach die Augen schließen können, entspannen und ein wenig träumen... Da hört sie leise eine Stimme flüstern: „...nur eine Minute...“

Zum Glück ist ihre Achtsamkeit noch groß genug, sich zu erschrecken. Sie lenkt den Wagen an den Straßenrand und hält an. Der inneren Stimme nachzugeben, hätte sie ihr Leben kosten können.

In esoterischen und in Blütenessenzenkreisen gilt die „innere Stimme“ als beinahe so heilig wie Islamisten ihr Mohammed. Das reizt natürlich Provokateure wie mich, mal gelegentlich etwas am Heiligtum zu kratzen. Die innere Stimme ist nämlich mitnichten der reine Quell der Freude, der Weg zur Erleuchtung, der Botschafter des höheren Selbst (wiewohl sie das durchaus sein kann, aber meistens eben nicht ist).

„Ein Gläschen kann ja nicht schaden.“ - „Nur noch ein Viertelstündchen.“ - „Keiner hat den Durchblick außer mir.“ - „Ich bin Schuld.“ - „Alle anderen sind Schuld.“ - „Alle hassen mich.“ - nur ein kleiner Auszug aus dem unendlichen Repertoire vernichtender, demütigender und bösartiger Sprüche der inneren Stimme.

Guck mal, wer da spricht
Guck mal, wer da spricht

Also lassen sie uns die heilige Kuh mal sezieren.

Wessen Stimme ist das eigentlich, diese innere? Ist es überhaupt meine? Oder wiederholen wir einfach, was andere sagten, was Mama und Papa sagten, wenn wir mal ungezogen waren? Dann wäre unsere innere Stimme gar nicht die eigene, sondern die eines anderen. Und der sollen wir trauen? Eigentlich bin ich gar nicht masochistisch veranlagt, und trotzdem höre ich immer wieder „Nichts kannst du richtig machen, immer vermasselst du alles, du bist zu blöd, zu ungebildet, zu ungeschickt, zu zu zu...“ Das soll MEINE Stimme sein? Wenn sie das ist, bin ich wohl wirklich zu blöd...
HALT!.

Da haben wir schon einen der hässlichen kleinen Widerhaken der inneren Stimme entdeckt: sie ist selbstreferenziell - will sagen: sie beweist durch ihre Aussagen an sich schon deren Richtigkeit. Weil ich denke, ich bin blöd, muss ich es ja wohl sein. Wer außer einem Blöden denkt schon, dass er blöd ist?

Schwester, Zange! Was haben wir da für einen finsteren kleinen Bösewicht. Der muss sofort in Quarantäne, womöglich ist er ansteckend! Sein wirksamster Mechanismus: sich einhaken, festbeißen und ständig wiederholen. Erst die Wiederholung macht das inneren Runterputzen so richtig unwiderstehlich.

Etwas fallen lassen, die Scherben wegfegen und sich wieder anderen Dingen zuwenden, das könnte so einfach sein, wenn da nicht die fiese kleine innere Stimme sich einhakte mit Worten wie „siehst du, ich hab‘s ja gleich gesagt, du mit deinen zwei linken Händen, du kannst ja nicht mal eine Tasse festhalten, du bist einfach der Obertrottel...etc.pp... und mit derlei Erkenntnissen werd ich dich die kommenden drei Stunden bombardieren, es sei denn, dir passiert vorher ein weiteres Missgeschick, dann werd ich eben damit weiter machen“.

Ruhe jetzt!
Ruhe jetzt!

Die innere Stimme benötigt in der Regel nicht einmal Auslöser, sie plaudert, plappert und labert im besten Falle - im schlimmsten nörgelt, schimpft und demütigt sie. Ununterbrochen ist sie aktiv. Sie zum Verstummen zu bringen, erfordert Meisterschaft, wie Yogis und Zen Buddhisten und alle Meditierenden wohl wissen.
Sie kommentiert alles, was geschieht, und schiebt sich zwischen uns und das Geschehen. Wir reagieren nicht mehr auf Geschehnisse, wir reagieren auf das, was unsere innere Stimme dazu sagt.

Da kommt ein Kind auf uns zu. Wir schauen es nicht an - nicht wirklich, wir erkennen nicht Gestik, Mimik, Stimmung, Absicht. Wir denken „Au fein, da kommt was zum knudeln“ - oder ganz im Gegenteil „Schon wieder so ein lästiger Zwerg.“ Wir freuen uns undwollen das Kind mit Sabberküssen übersäen oder sind genervt und jagen es zum Teufel. Was das Kind selbst will - was kümmert‘s uns.
Und nun läuft es an uns vorbei und ist schon wieder weg und hatte nicht das Geringste mit uns zu tun. Egal, unsere innere Stimme braucht keinen Grund für Aktivität, sie ist selbst-initiierend. Ihr ist jeder Vorwand recht. Da jammern ja viele, der Mensch verwende grade schlappe 10% seiner Gehirnkapazität. Nicht auszudenken, was für ein Käse dabei herauskäme, würde er die verbleibenden 90% auch noch aktivierte. Vor lauter Hirngetöse würden wir womöglich überhaupt nichts mehr zustande bringen.

Die innere Stimme ist Wirkung ohne Ursache. Um sie wenigstens für Augenblicke zum Verstummen zu bringen, braucht es Achtsamkeit wie ein Axthieb, der dazwischen fährt, sobald der erste Pieps vernommen wird. Es gibt eine Essenz für solche Fälle, sie heißt Magnolie. Aber seien Sie vorsichtig, wenn Sie sie probieren wollen: wenn der Schleier, den die Nebelmaschine innere Stimme zwischen uns und die Wirklichkeit legt, plötzlich fort ist, dann kann Erschrecken daraus resultieren. Die ungeschminkte Wahrheit ist nicht immer angenehm.

Magnolie
Magnolie

Kaum beherrschen wir die Sprache, hallt das Echo in uns in Endlosschleife wider, es geht uns in Fleisch und Blut über, egal welchen Unfug es auch absondert. Zweites Charakteristikum neben der Anlasslosigkeit ist die Wiederholung. Die innere Stimme wird einfach nicht fertig. Kaum haben wir die Diskussion vom Vortag ergebnislos wiedergekäut, geht‘s auch schon wieder von vorne los. Und nochmal. Was hätte ich alles sagen können, wie schlagfertig hätte ich parieren können, wie treffsicher hätte ich argumentieren können - blablabla. Als könnte man bereits Ausgesprochenes zurück inhalieren, die Vergangenheit ändern. Einen jedoch interessiert das nicht die Bohne - Sie wissen, wen ich meine: der inneren Labertropf, der nie die Klappe halten kann.

Wiederholung ist das Stichwort, das uns zu den Kastanien führt, genauer: zur Weißen Kastanie. Sie ist die Bachblüte, die unsere Gedanken zur Ruhe kommen lässt, wenn sie nutzlos vor sich hin plappern, ohne zu irgendwelchen Ergebnissen zu kommen. Innerliches Plappern
um des Plapperns willen. Würde nicht ein einmaliges innerliches Durchgehen der morgigen Einkaufsliste ausreichen? Muss das zwanzig Mal geschehen? Wird die Liste dadurch besser?

Weisse Kastanie
Bachblüte Weiße Kastanie - White Chestnut

Drehen sich die Gedanken obendrein um Probleme, aus denen wir nicht schlau werden, ist ein Zusatz der Essenz der Kastanienknospe angeraten. Diese lässt einen Einsicht gewinnen, wenn die gewöhnliche Gedankenaktivität nur in Wiederholung statt in Kreativität besteht. Was aber nützt uns eine inneres Wiederkäuen einer Problematik? Was wir brauchen, ist eine Lösung, keine Wiederholung!

Als dritte der Kastanienblüten sei die Rote Kastanie erwähnt, die immer dann angezeigt ist, wenn sich die Gedanken um Probleme drehen, die außerhalb unserer selbst liegen, um Probleme anderer. Sorgen wir uns um andere und können nicht abschalten, hilft das dem Anderen wenig. Uns aber schadet es.

Rote Kastanie
Bachblüte Rote Kastanie - Red Chestnut


Kommen wir nun auf eine Spezialität des Denkens: das Urteilen, besser: das Verurteilen. Egal gegen wen sich unsere inneren Urteile richten, sie schaden uns selbst am meisten. Was nicht bedeutet, dass das innere Bejubeln jeden erdenklichen Ereignisses etwa besser wäre. Das schadet zwar auch, aber man fühlt sich dabei wenigstens nicht so schlecht.

Haben Sie auch schon gelesen - Experten behaupten dergleichen ja gerne, zuweilen gar zu Recht - dass die Qualität einer Beziehung innerhalb der ersten Sekunden des ersten Aufeinandertreffens bestimmt wird?! Aber doch sicher nicht durch Aktivierung unserer Netzhaut. Eher schon durch die Filterung und Bewertung der aufgenommenen Information. Daumen rauf oder runter innerhalb von Zehntelsekunden.
Na, dankeschön.
Und wenn die innere Stimme mal wieder Zeichen von Inkompetenz zeigt? Tja, da sind wir dann gerade an unserer großen Liebe vorbeigelatscht und haben dabei noch hämische Gedanken gepflegt.

Urteilslosigkeit ist, was alle Formen der Meditation anstreben. Die Dinge nehmen, wie sie sind. Das innere Runterputzen muss nicht sein. Richtet es sich gegen uns selbst, hilft die Kiefer, richtet sie es sich gegen andere, ist die Rotbuche angesagt.

Meditation sollte aus all den angeführten Gründen keine auf das Wochenende beschränkte selbst-disziplinierende Übung sein - Meditation könnte etwas vollkommen alltägliches sein. Etwas, das uns hilft, uns nicht durch inneres Dazwischenquasseln die besten Möglichkeiten im Leben zu versauen.

Es ist der Alltag, den uns die innere Stimme erschwert. Sie ist es, die gute Zeiten vermiest und harte Zeiten noch härter macht. Statt das Schöne zu genießen, redet sie vom Schlechten, das unweigerlich darauf folgen wird. Statt das Mühsame einfach zu erledigen, erschwert sie es uns noch dadurch, das sie die ganze Zeit innerlich mault, wie wenig Lust sie doch auf die Mühseligkeit hat.

Die innere Verhaftung an das Bekannte zu lösen, Erwartungslosigkeit zu fördern und Urteilslosigkeit zu erreichen, das sind Ziele, die anzustreben uns eine weitere Blütenessenz unterstützt. Es ist die Blutbuche. Wie ihre Verwandte, die gute alte Bachblüte Rotbuche (Beech), die allen hilft, die ständig etwas auszusetzen haben, so hilft auch sie, Ereignisse zuzulassen, die ohnehin geschehen. Ob es uns nun passt oder nicht.

Recht eigentlich ist es eine Blütenessenz, die beim Loslassen beim Sterben helfen kann. Doch dies Loslassen bezieht sich auf alle inneren Verhaftungen. Eine beliebte Frage an Meditierende ist: wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest, was würdest du tun? Die Antwort kann „Erdbeereis schlecken“ lauten, wogegen natürlich nicht das Geringste einzuwenden ist. Bei schlechtgelaunten Menschen kann sie aber auch „Person XYZ nochmal kräftig eine reinhauen“ heißen. Damit das schlechte Leben auch ein entsprechendes Ende findet.

Blutbuche
Blutbuche

Die Frage der Blutbuche lautet: Wenn du keine Sekunde mehr zu leben hättest, was ließest du augenblicklich los?

© Dirk Albrodt 2006