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Stechpalme

Stechpalme – Ilex aquifolium

Stechpalme – Umgehen lernen mit dem inneren Vulkan Der sprichwörtliche Sack Reis, der in China umfällt, ist es jedenfalls sicher nicht, der uns auf die (Stech-)Palme treibt. Bei dieser Essenz geht es darum, dass etwas in unserem Kern berührt wird und uns zu höchster Gefühlsaufwallung veranlasst. Es geht um etwas Wesentliches, dessen Bedeutung für uns ganz persönlich ganz enorm wichtig ist. Deshalb sollte man den Gefühlszustand höchster Erregung und Wut niemals unterschätzen oder gar abtun – etwa weil es ja 'nur' ein Kind ist, das da voller Zorn tobt.

Darum geht es also bei der Stechpalmenessenz: Ärger, Wut, Eifersucht. Vielleicht ist das der Grund, dass man in England sein Heim zu Weihnachten mit Hollyzweigen schmückt – wäre sicher eine Untersuchung wert, einmal heraus zu finden, ob das englische Weihnachtsfest weniger stressig, dafür aber liebevoller verläuft als manches deutsche, das ja bekannt ist für seine im Anschluss an das 'Fest' deutlich erhöhte Scheidungsrate...

Die Stechpalme, auch Stechhülse oder einfach nach dem botanischen Namen Ilex genannt, hat ledrige mit Stacheln bewehrte Blätter. Diese allerdings nur dort, wo es der Pflanze notwendig erscheint, d.h. im unteren Bereich, wo Tiere beispielsweise die Blätter abfressen könnten. In höheren Abschnitten verzichtet die Pflanze auf sein Verteidigungsinstrumentarium und zeigt ganz glatte runde Blätter. Sie geht demnach sehr ökonomisch mit ihrem 'Immunsystem' um und setzt es nur dort ein, wo es tatsächlich gebraucht wird.

Anders als beispielsweise im Menschenreich die Allergiker es tun, die es nicht damit bewenden lassen, Antikörper gegen Viren und Bakterien herzustellen, sondern auch welche gegen Haselnüsse, Erdbeeren, Gräserpollen und andere harmlose Substanzen auffahren und abfeuern, dass es nur so niest und scheppert ...

Hier haben wir einen ersten Hinweis auf die besondere Qualität dieser Essenz. Es ist nicht nur ein Mittel, das im akuten Allergieanfall hilfreich sein kann, es zeigt uns auch, wie differenziert man mit Dingen umgehen kann. Nichts ist einfach nur gut oder schlecht, also ist es auch Wut nicht, auch wenn sie in der Hitliste der beliebtesten Gefühlszustände eher einen der hinteren Ränge einnimmt. So wie es natürlich sinnvoll ist, mit Hilfe von Antikörpern eingedrungene Mikroorganismen unschädlich zu machen, so sehr ist davon abzuraten, sich davon vollkommen beherrschen zu lassen und auf alles zu schießen, was sich nur bewegt, wie es Allergiker tun. Wut ist gut.

Wut ist gut, weil sie uns scheinbar übermenschliche Kräfte verleiht, z.B. wenn sich einer, der doppelt so groß ist wie wir selbst, an unseren Kindern vergreifen will. Da kann die 1,50 m große Mutter zum Terminator werden. Wut ist eine wirkliche Energiequelle – nur sollte man es vermeiden, sich davon abhängig zu machen.

Wut auf der emotionalen Ebene findet seine Analogie auf der körperlichen als Entzündung – und genau wie Wut können auch Entzündungen bei Kindern überschießen. Stechpalme hilft auf beiden Ebenen – ihre Essenz hilft sich zu beruhigen, sowohl emotional wie physisch. Es ist DAS Fiebermittel unter allen Blütenessenzen, und es wirkt vor allem bei Kindern besonders gut.

Der Umgang mit Wut ist leider gerade in bürgerlichen Familien oft ein wenig problematisch, besonders wenn sie als etwas 'unzivilisiertes' angesehen wird, das gar nicht vorkommen darf. Die zu Grunde liegende Frage ist die nach der Konfliktfähigkeit. Kann ich es aushalten, wenn mich jemand mit hochrotem Kopf anschreit, und kann es umgekehrt dieser jemand aushalten, wenn ich ihn anschreie? Wird die Familie zerbrechen, wenn ich die Türe voller Kraft hinter mir zu schmeiße? Muss ich immer lieb und nett sein, wennn ich mir die Zuneigung derer erhalten will, die mir lieb und wichtig sind? Und wohin mit dem Gewitter, wenn es sich nicht nach außen entladen darf?

Aus dem Gesagten lässt sich zweierlei schließen: zum einen scheint mein Vertrauen in die Stabliliität und Belastbarkeit meiner Beziehungen ein wenig unterentwickelt zu sein, wenn ich glaube, in stürmischen Zeiten nicht auf sie setzen zu können. Zum anderen ist da der Gegenpol des Zornes, die Liebe. Hier schließt sich der Kreis, denn welchem umfallenden Sack Reis wird es jemals gelingen, mich in Rage oder in Verzückungg zu bringen. Es muss schon etwas sein, das mir wirklich wichtig ist – deshalb sollte ich mich auch unbedingt damit auseinander setzen.

Aus diesem Grunde sollten wir den Zorn der Kinder niemals unterschätzen. Sicher ist es wenig hilfreich, in Panik zu geraten, sobald sich das Kind auf den Boden wirft, mit den Beinen strampelt und sämtliche Feuerwehrsirenen vor Neid verstummen lässt. Jedes Kind muss da hindurch, ob es den Großen gefällt oder nicht. Das Kind muss die Erfahrung machen, dass es akzeptiert und geliebt wird, auch wenn es zornig ist. Wie soll es lernen, dass man sich auch wieder vertragen kann, wenn das Streiten schon verboten ist? Und wohin mit dem ganzen Adrenalin? In die Spielzeugkiste pinkeln? Die Puppe foltern oder rhythmisch mit dem Kopf vor die Wand dotzen?

Sie merken schon: dies ist ein Plädoyer für die Freiheit der Kinder zur Selbsterfahrung. Zum ganzen Spektrum gehören halt auch ein paar Gefühle dazu, die nicht immer gesellschaftlich willkommen oder auch nur akzeptiert sind. Umso wichtiger den Umgang mit ihnen zu lernen, und wo ist der richtige Ort dafür? Genau: zu Hause bei den stressgeplagten Eltern. Was soll man da machen?

Vielleicht selbst auch gelegentlich zum Stechpalmenfläschchen greifen. Die Essenz ist immer dann angezeigt, wenn es um höchste Erregung und wildesten Zorn geht, wenn man schier ausflippen könnte (oder möchte), wenn die Gesichtsfarbe sich dem Alarmzustand nähert und das Blut in den Adern kocht.

Gefühle sind Ratgeber und Lehrer. Alle Gefühle. Weigern wir uns von ihnen zu lernen, werden sie sich weigern uns zu helfen. Wut ist gut.

Lassen Sie mich das Stechpalmenkapitel mit dem Zitat einer Teilnehmerin eines Selbstverteidigungskurses für Frauen abschließen, die sagte, als der Lehrer einen Schlag ins Empfindliche des Angreifers demonstrierte: „Aber das tut doch weh!“

Genau!

© Dirk Albrodt 2004