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Wegwarte

Wegwarte - Cichorium intybus

Wieder eine der guten, alten Bachblüten. Chicory heißt sie auf englisch. Die kleine blaue Blume schenkt uns eine Essenz für alle, deren Wesen äußerst besitzergreifend ist. Sie besitzen eine egozentrische Weltsicht, wie sie für Kinder in den ersten Lebensjahren typisch und durchaus normal ist, in der sich alles auf sie selbst bezieht. Sie schließen die Augen – und sind weg. Dass es sich hierbei um eine besonders für Kinder geeignete Blütenessenz handelt, zeigt die Signatur des Blühens an: die Blüten öffnen sich am Morgen und schließen sich schon wieder, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat. Die Essenz ist demnach besonders in der Entwicklungsphase des Menschen hilfreich.

Wegwarte


Die Charakteristik der Wegwarte-Kandidaten sieht wie folgt aus: als Mittelpunkt des Universums dreht sich alles um sie. Wenn ich schrei, hat Mama gefälligst anzutrapsen. Ein Verhalten, das im Babystadium überlebenswichtig ist, sich in späteren Lebensjahren jedoch als äußerst beziehungsschädlich erweist. Es gesellt sich eine Form des Geizes, die von Mangeldenken gespeist wird, hinzu, der sich in der Forderung „Was bekomme ich dafür?“ äußert. Der Gedanke, ohne jeden besonderen Grund, etwas für andere zu tun, liegt ihnen fern – es sei denn, es winkt eine Belohnung. Etwas verschenken? Gott bewahre! Dann hab ich ja weniger. Also werden innerliche Verknüpfungen angestellt, Hilfeleistungen, Einladungen, Geschenke werden gegeneinander aufgerechnet. Oft steckt hinter einer freundliche Geste, einem Geschenk eines Wegwarte-Typs der Gedanke, sich jemand anderes zu verpflichten: ich hab noch was gut bei dir.

Nimmt der andere jedoch ein solches Geschenk entgegen und erfreut sich einfach daran, ohne eine Gedanken an Zurückzahlen zu verschwenden (wäre es denn sonst auch ein Geschenk, wenn ich es anschließend doch bezahlen muss?), reagiert die Wegwarte beleidigt, eingeschnappt, zickig und arbeitet mit Vorliebe mit Schuldgefühlen nach dem Prinzip „nach all dem, was ich für dich getan habe...“. Der andere soll abhängig werden von einem, verjubelt er das Geschenk mit einem Dankeschön und einem Lachen, was dessen Sinn verfehlt.

Auf einmal gewonnene Privilegien verzichtet Wegwarte nur äußerst ungern. Z.B. auf das, eine umsorgende Mutter um sich zu haben. Jedes Kind muss einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Erlernen des Verhaltens in neuen sozialen Gruppen tun, das ist gewiss nicht einfach. Wer aber unablässig schreit, wenn's in den Kindergarten geht, das sind die Wegwarte Kinder. Sie klammern. Zu Hause ist es doch so schön und man bekommt jederzeit ungeteilte Aufmerksamkeit. Wieso darauf verzichten? Um noch mehr selber machen zu müssen? Ist es nicht schwer und lästig genug, sich selbst die Schuhe zubinden zu müssen? Jetzt auch noch selbst den Popo abwischen?!

Ok, ok, das ist natürlich ein bisschen übertrieben, soll als Karikatur dienen. Das Prinzip – so hoffe ich – wird aus der Übertreibung deutlich.

Tatsächlich stehen Unsicherheit, Unreife, Mangel an Selbstbewusstsein und die Überzeugung, es gebe nicht genug, dahinter. Dies alles basiert auf der Grundüberzeugung, aus sich selbst heraus, nicht viel wert zu sein. Weshalb sollte mir jemand helfen, mir etwas schenken? Ich selbst bin der Geschenke ja nicht wert, also bekomme ich sie nicht für das, was ich bin, sondern für das, was ich tue. Bin ich brav, gibt's ein Bonbon. Einleuchtend. Aber stimmt der Umkehrschluss auch wirklich: bekomme ich ein Bonbon, muss ich dann etwas dafür tun, etwa gar brav sein? Das kann einem den Lutschgenuss ganz schön vermiesen.

Wegwarte ist also eine Blütenessenz für Kinder, die nicht erwachsen werden wollen.

Kommen sie nicht von alleine über das Stadium der Ablösung hinweg, kann diese Essenz hilfreich sein. Die Probleme, die im Erwachsenenleben daraus resultieren, sind mannigfaltig. Solche Menschen können keinen unbefangenen Umgang mit anderen haben. Sie klammern in Beziehungen, vermuten stets das Schlimmste, wenn der Partner mal zu spät kommt, und können überdies einen echten Kontrollzwang entwickeln. Ein echtes Beispiel aus eigener Praxis: ein Paar lebt in einem etwas abgelegenen Haus, zu dem keine gepflasterte Straße führt. Dies ermöglicht dem männlichen Partner, mit Hilfe von Strichen auf dem Feldweg, die er mit einem Stock zeichnet, zu kontrollieren, ob seine Freundin zwischenzeitlich mit dem Auto weg gefahren ist. Benötigt sie für eine einfache Erledigung, sagen wir einkaufen, länger als eine halbe Stunde, werden sämtliche Verwandte und Bekannte abtelefoniert, ob jemand seine Freundin gesehen hat. Wie immer führten diese verzweifelten Versuche, einen Menschen an sich zu ketten, zum direkten Gegenteil: die Frau hielt es nach einer Weile nicht mehr aus, packte ihre Koffer und zog aus. Der zurück gebliebene Mann sah sich darin bestätigt, nicht liebenswert zu sein, und verstärkte womöglich seine Kontrollen bei der nächsten Frau noch mehr. Ein Teufelskreis.

Wer also möchte, dass seine Kinder einmal selbstständig werden, sollte nicht davor zurückscheuen, sie mal ins kalte Wasser zu werfen. Auch wenn das Geschrei dann groß sein mag, der Gefallen, den man seinem Kind damit macht, ist größer. Und wer seinem Kind (oder auch dem quengeligen kleinen Kind in sich selbst) den Schritt erleichtern möchte, der kann ja Wegwarte zur Hilfe nehmen.

© Dirk Albrodt 2005