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Der Pilger

Pilger stammt vom lateinischen Wort peregrinus ab, was Fremdling bedeutet. Wortwörtlich ist der Pilger einer, der per agrum, also  „über Land“ kommt, wobei mit ager nicht unser Acker, eben bebautes Feld gemeint ist, sondern das besessene, zur Gesellschaft gehörige Land. Insofern scheint Fremdling eine angemessene Übersetzung des Begriffes.


Der Pilger gehört zu den Archetypen des Lebenswegs, also zu den archetypischen Stadien, die ein jeder gewollt oder ungewollt durchläuft. Für viele Gläubige gehört eine Pilgerschaft obligatorisch zur Ausübung ihrer Religion. Für uns geht es hier jedoch nicht um Religion, sondern ein bestimmtes Lebensstadium, durch das wir im Leben wiederholt hindurch müssen. - Und für das es natürlich helfende Blütenessenzen gibt.

Pilger

Schauen wir uns das einmal genauer an. Letztendlich könnte man das Leben als eine endlose Reihe von Rauswürfen betrachten. Hatte man grade mal ein Dreivierteljahr lang Zeit, es sich gemütlich in seinem warmen, feuchten Universum einzurichten, fliegt man zum ersten Mal raus: die Wehen setzen ein. Und draussen ist es grell und fremd und unbekannt und ganz furchtbar. Jedoch einen Weg zurück gibt‘s nicht.

Und damit geht es erst los. Wenn alles gut geht, bieten Mutter, Vater, Geschwister einen einigermassen akzeptablen Geborgenheitsersatz für den Mutterleib - aber nicht lange. Denn nun schmeisst uns die Familie raus, und im Kindergarten warten die Fremdlinge schon auf uns. Wieder heisst es Neuland betreten.

In diesem Stile geht es weiter: raus aus der Krabbelgruppe, raus aus der Schule, raus aus der Kindheit bis endlich irgendwann der letzte ultimative Rausschmiss erfolgt.

Bergflockenblume
Bergflockenblume

Also was soll‘s. Irgendwie müssen wir damit klar kommen. Wenn wir nicht als ewige Nostalgiker immer wieder das anstreben wollen, was nicht zu bekommen ist, und darüber die Zukunft vermasseln, als ewig Unzufriedene allen Übrigen permanent auf die Nerven gehen und am Ende auf ein Leben der verpassten Chancen zurückblicken wollen (Geissblatt - Honeysuckle fand schon Edward Bach für solche Menschen angemessen). Dem Rausschmiss schliesst sich eine Phase des Suchens an. Was kann die entstandene Leere in unserem Leben wieder auffüllen?

Diese Leere zieht wie ein Magnet allerlei unerwünschte Gefühle an: Unsicherheit, Angst, Niedergeschlagenheit. Unsere automatische Reaktion besteht in der Suche nach Halt und Orientierung. Dass es der Versicherungswirtschaft so gut geht, ist durchaus kein Wunder sondern genau dadurch zu erklären. Auch wenn sie nichts als Illusionen zu bieten hat. denn Unglück vorbeugen kann die beste Versicherung nicht. Der kleine grüne Kaktus, den die Schwerkraft unumkehrbar in Richtung meines Kopfes fallen lässt, macht nicht kurz vor dem Aufschlag halt, weil ich so gut versichert bin.

Zugespitzt könnte man behaupten, dass die gesamte Versicherungswirtschaft das Resultat unserer Verweigerung des Pilgerstadiums ist. Deswegen wirft uns das Leben ja immer wieder aus den vertrauten Zusammenhängen heraus: damit wir endlich akzeptieren, dass es keine Sicherheit gibt. Bei der Gelegenheit fällt mir der Buchtitel des amerikanischen Zen-Kundigen Alan Watts ein „Die Weisheit des ungesicherten Lebens“. Man könnte auch „Schicksal als Chance“ sagen.

Strahlenlose Kamille
Strahlenlose Kamille

Versicherung stellt in diesem Sinne eine Art Flucht dar. Manche Leute ziehen aus dem Elternhaus direkt in die Ehe und versuchen, das Pilgerstadium zu überspringen. Andere vermeiden um jeden Preis das Alleinesein und werden beziehungssüchtig. Wieder Andere ruhen sich in der „sozialen Hängematte“ aus, statt sich einen neuen Job oder eine Ausbildung zu suchen. Hauptsache nicht suchen müssen, das ist die Vermeidung der Pilgerschaft.

Pilgerschaft als Bestandteil eines sich alle paar Jahre wiederholenden archetypischen Lebenszyklus heisst Neubestimmung und Suche. Und je eher wir damit beginnen, desto leichter fällt es uns. Dabei ist der Weg das Ziel, es kommt auf die Pilgerschaft selbst an, nicht auf das Finden eines wie auch immer gearteten Zieles. Die Wanderschaft der Gesellen im Mittelalter war beispielsweise eine solche Pilgerschaft. Die früher nach Schulabschluss obligatorische Reise nach Indien und den USA war auch eine. Und wenn wir Glück hatten, waren Buddha und Kerouac gerade nicht zu Hause, und wir mussten uns nicht von fremden Zielen oder Idolen blenden lassen, sondern konnten uns auf das Pilgern konzentrieren.

Kurzum: Pilgerschaft im Sinne eines archetypischen Lebensabschnitts bezeichnet die Suche OHNE Ziel, oder die Suche nach einem unbekannten Ziel. Wir suchen nach etwas, von dem wir nicht wissen, was es ist. Erinnern wir uns: man wurde irgendwo hinaus geworfen, keiner fing einen auf, nun können wir liegen bleiben und heulen und sterben - oder aufstehen und nach etwas Neuem suchen. Nur was das sein könnte, das wissen wir nicht. Wir nehmen einfach unseren Mut zusammen und marschieren los, irgendwohin. Wo unsere Intuition uns hin führt.

Der Gewinn ist nicht zu verachten, das Stadium des Pilgers ist eines, das uns lehrt, uns auf uns selbst verlassen, auf eigenen Beinen stehen und für uns selbst sorgen zu können. Dies einmal verinnerlicht wirkt wie eine Art Schutzimpfung vor Depression. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Bachblüten, die bei Depression helfen können:

  • Lärche - Larch ist für die Menschen voller Minderwertigkeitsgefühlen, die sich nichts zutrauen und daher gar erst gar nichts beginnen. Der Pilger hat sogar etwas begonnen, das gar keinen Gewinn versprach. Er hat erfahren, dass er ohne Rückhalt von Freunden und Familie etwas erreichen kann und sei es sich selbst.
  • Bitterer Enzian - Gentian ist für die Leute, die schon beim geringsten Hindernis oder Rückschlag aufgeben. Erfolgreiche Pilger tun so etwas nicht.
  • Weide - Willow klagt den lieben langen Tag über sein Elend. Der Pilger steht auf und sucht sich etwas Besseres.

Deshalb: nicht das Ziel ist das Ziel. Die Kraft gewinnen, quasi im luftleeren Raum aus sich selbst heraus zu überleben, ist das Ziel. Zu diesem Ziel gibt es keine Abkürzung, denn den Weg zu gehen ist das Ziel.

Goldmohn

Welche Blütenessenzen also können uns die Pilgerei versüssen?

  • Bergflockenblume - Centaurea montana.
    Deren Essenz lässt uns uns selbst entdecken. Sie hilft, die eigenen Sinne zu erschliessen, den Körper, die Sinnlichkeit, das Vergnügen an Körperlichkeit, auch Sexualität. Die Bergflockenblume lässt die Pilgerschaft sich von einer Last in ein Abenteuer verwandeln.
  • Strahlenlose Kamille - Matricaria discoidea.
    Analog zur Bergflockenblume, die quasi den Nervenimpuls von aussen in die Zentrale unseres Seins leitet und geniessen lässt, geht es bei der Strahlenlosen Kamille um die Entdeckung der eigenen Fähigkeiten, der inneren Kraft, kurz: die Verwirklichung von Ideen im Aussen, der Leitung der Nervenimpulse von innen nach aussen. Körperbeherrschung, Gleichgewichtssinn, neue Fertigkeiten fallen in den Zuständigkeitsbereich dieser Essenz.
  • Goldmohn - Escholtzia californica
    Um der Kehrseite des Pilgertums vorzubeugen, wo die Suche zur Sucht wird. Wo die Suche nicht zur Klärung führt sondern zur Verwirrung und Desorientierung. Goldmohn beruhigt und zentriert, lässt sich auf sich selbst besinnen. Der Goldmohnzustand ist etwa das Gegenteil des fanatischen Versicherungszwangs: man versucht alles, auch wenn es einem schadet. Dies gilt bei Goldmohn besonders für den Bereich der Drogen. Drogen können grossartige Hilfe bieten, spirituelle wie in der Persönlichkeitsentwicklung. Sie setzen aber eine Stärke voraus, die der Pilger gerade nicht besitzt, die er ja erst erwerben will bzw. soll. Drogen neigen dazu, einen zu versklaven, die Freiheit der Suche wird ersetzt durch den Zwang der Sucht. Die Essenz des Goldmohn lässt solche Stolperfallen umgehen, macht ruhig, hilft bei der Meditation und erleichtert die Zufriedenheit mit dem Ungewissen.