Herbstlicht

Früh am Morgen, die Sonne ist gerade im Begriff aufzugehen.
Sie wärmt das eiskalte Wasser des kleinen Sees.
Nebel steigt auf und reflektiert das gleißende Licht.
Das Laub der Bäume des Ufers, dunkelrot, orange, gold,
umrahmt vom Grün der ausdauernderen Pflanzen spiegelt sich in den Teilen der Seeoberfläche,
die von der Sonne noch nicht erreicht werden.
Es ist kalt, die Luft ist erfüllt von leuchtenden Farben.
Sie einzuatmen befreit von jedem Druck auf der Brust,
man fühlt sich leicht, zuversichtlich, entspannt, wie erholt.
Der Gang rund um den See dauert weniger als eine Stunde.
Danach fühlt man sich befreit, erfrischt und wie neugeboren.

Herbstlicht

Das Schälchen mit dem Wasser einer der Quellen, die den See speisen,
am Morgen am Ufer am Fuße eines Baumes abgestellt.
Blätter in allen existierenden Farben darum so angeordnet,
dass sie das Sonnenlicht aufgefächert in die Farben des Herbstes in die Essenz dirigieren.
In der darauf folgenden Nacht gefriert eine zwei Millimeter dicke Schicht
auf der Oberfläche des Wassers und taut wieder auf, als die Sonne zurück kehrt.
Nach 24 Stunden ist die Essenz fertig. Sie bringt Erneuerung und Motivation.
Lohnt sich besonders, wenn man sich überlastet fühlt.

© Dirk Albrodt, 2003

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