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Newsletter vom 08.02.2008, 16:56:45
Betreff: der blütenbrief 02/2008

der februarbrief
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Liebe Blütenfreunde,

Herzlich willkommen zum Blütenbrief im Februar.

Thema heute: Schmerz

Was ist der Unterschied zwischen Leiden und Schmerz?
Leiden ist das, was uns widerfährt, wenn wir den Schmerz vermeiden wollen.

So denkt man im Buddhismus.

Und das beeinflusst mich in gewisser Weise auch, wenn ich aus der Sicht der Blütenwelt einen Blick auf den Schmerz werfe.
Da gibt es einmal den rein körperlichen Aspekt des Schmerzes: die Nerven schicken Impulse, wenn wir verletzt werden, die wir als Schmerz wahrnehmen.
Und schon hier hört der Schmerz auf, auch nur irgendwie objektivierbar zu sein, es gibt Menschen, die auf denselben Schmerzimpuls sehr unterschiedlich reagieren.

Zum Beispiel gibt es schmerzempfindliche und weniger schmerzempfindliche. Dies wiederum kann Veranlagung sein oder auch angelernt.

Zwei sehr konträre Blütenmittel unter den Bachblüten sind Waldrebe (Clematis) und Quellwasser (Rock Water). Dabei handelt es sich um Typenmittel, also Mittel, die in diesem Falle empfindsamen Träumern oder disziplinierten Asketen helfen, wenn sie erkranken.
Um es einmal karikaturhaft zuzuspitzen: wer von beiden verspürt mehr Schmerz - das Weichei oder der Eisenbeisser?
Waldrebe könnte somit ein Schmerzmittel für Tagträumer sein, Quellwasser eines für Meister der Selbstdisziplin. Ein gleichartiger Schmerz muss demnach bei unterschiedlichen Personen mit unterschiedlichen Mitteln angegangen werden.
Empfehlenswert ist es nichtsdestotrotz, die Bachblüten bei Überempfindlichkeit im Auge zu behalten.

Eine Studie förderte unlängst zu Tage, dass Schmerzempfinden zudem eine Erziehungsfrage ist. D.h. ist einer oder beide Elternteile besonders Schmerz empfindlich, schaut das Kind sich die Reaktion ab und wird später subjektiv einen gleichartigen Schmerz stärker wahr nehmen als jemand, dessen Eltern um Schmerz weniger Aufhebens machten.
Nochmal: diese Menschen leiden mehr Schmerzen als Andere nicht weil sie schwerer verletzt sind, sondern weil ihr subjektives Empfinden an andere Masstäbe gekoppelt ist.
In solchen Fällen lohnt es sich, nach der inneren Verhaftung erwachsener Klienten an ihre Eltern zu fragen. Wenn der Ablösungsprozess noch nicht abgeschlossen ist, erwachsene Menschen im Beisein ihrer Eltern wieder kindliche bis kindische Verhaltensweisen an den Tag legen, ohne dies selbst beeinflussen zu können, lenkt dies unsere Aufmerksamkeit auf die Blütenessenzen, die beim Erwachsenwerden helfen.
Ein Problem mit dem Vater weist sowohl bei Frauen wie Männern auf die Essenz der Sonnenblume. Die stärkt das Rückgrat und den Willen zur Selbstbehauptung. Gibt es ein Problem mit der Mutter, ist Rosmarin das Mittel für Männer, Birne das für Frauen.
Über diesen Umweg erklärt sich, warum gelegentlich Blütenessenzen angezeigt sein können, die auf den ersten Blick nicht das Geringste mit dem Fall zu tun zu haben scheinen.

Ein scheinbares Paradoxon bietet sich uns, wenn wir auf den Einfluss des Geschlechts auf das Schmerzempfinden schauen.
Nehmen wir z.B. die Karikatur von dem Mann, der, nachdem er mit blossen Händen erst ein Rudel Wölfe abgewehrt und dann die Jahrhunderteiche aus dem Boden gerupft hat, heulend nach Hause läuft, weil er dabei einen Splitter in den Finger bekommen hat.
Das ist ein ziemliches Dilemma für den Mann: einerseits kennt er ja als echter Indianer keinen Schmerz, andererseits hält er viel weniger aus als sein Yin Gegenpart. Aber vielleicht hängt das eine ja mit dem anderen zusammen... (Leiden als Resultat des Vermeidens von Schmerz)
Denn Frauen, denen es niemand verübelt, wenn sie ihren Schmerz äussern und ihren Tränen freien Lauf lassen, vertragen eine Menge mehr als die harten Kerls.
Vielleicht tut es einfach weniger weh, wenn man es zeigen kann.
Da gab es unlängst eine diesbezügliche Untersuchung. Männliche Studenten wurden gebeten, eine Hand so lange sie es aushalten konnten, in einen mit Eiswasser gefüllten Eimer zu halten. Die Zeit wurde gestoppt. Dann wurde den jungen Männern gesagt, die Stoppuhr habe versagt, das Experiment müsse nochmals wiederholt werden. Diesmal jedoch stand als Protokollantin eine hübsche junge Frau daneben. Die Schmerzempfindlichkeit nahm unversehens rapide ab. Einige hielten es gar drei Mal so lange aus als beim ersten Versuch. Auf Grund ihrer schmerzlindernden Wirkung sollten Frauen eigentlich verschreibungspflichtig sein.
In eine Schmerzmischung für Männer darf deshalb durchaus die „Frauenblüte“ Granatapfel hinein. Frauen geben wir lieber ein paar Sonnenblumentropfen ins Fläschchen, wenn wir die Schmerz lindernde Wirkung verstärken wollen.

Und dann die Kultur.
In vielen Kulturen gibt es Rituale, die mit Schmerz verbunden sind (siehe z.B. „Die symbolischen Wunden“ von Bruno Bettelheim). Bei uns nicht. Die westliche Zivilisation ist eine der Schmerzvermeidung par Excellence.
Kleinkinder tragen Schutzhelme, wenn sie Dreirad fahren.
Erwachsene verbrauchen Unmengen an Schmerzmitteln.
Im europäischen Schmerzmittelverbrauch stehen die Schweden ganz vorn, sie bringen es auf 136 Tabletten pro Jahr (2000). Im Durchschnitt. Mit anderen Worten, der durchschnittliche Schwede empfindet jeden dritten Tag Schmerz. Im Vergleich erscheint der deutsche Verbrauch im gleichen Jahr mit 48 Pillen pro Nase gering, Schweizer und Österreicher lagen unter 40 pro Jahr.
Sollte das möglich sein, dass Schweden dreimal so viel Schmerz haben als Österreicher?
Oder ist es nur ein anderer Umgang mit Schmerz?

An der kulturelle Komponente können wir nichts ändern. Jedenfalls nicht auf kurze Sicht. Die Kultur als Summe aller Erscheinungen und Bräuche unterliegt aber nicht der Unveränderlichkeit (vor 20 Jahren waren weisse Socken in, heute ist man darin der Volltrottel). Um uns aber von einer Kultur des Schmerzmittelmissbrauchs zu einer des bewussten Umgangs mit dem Körper zu bewegen, müssen viele, viele Leute mitmachen. Immerhin hat sich der Grundgedanke der Ökologie nach 30 Jahren irgendwie auch auf die Tagesordnung hieven lassen.
Mit Blütenessenzen können wir ein wenig zu einer Neuorientierung bei der Betrachtung des Schmerzes beitragen.

In der Behandlung emotionaler Probleme gehört das Anschauen derselben zu den wichtigsten Aspekten. Das Problem zu erkennen - statt zu vermeiden, um den heissen Brei herum zu schleichen, Finten zu wagen, Termine abzusagen und alles zu tun, um sich nicht mit dem Schmerz zu konfrontieren - das Problem zu erkennen und sich ihm zu stellen ist unvermeidbarer Bestandteil einer Blütenbehandlung. Erst anschliessend geht es um die Heilung. Vergleichen wir es mit einer Operation, bei der der Chirurg ein Stückchen des Tumors im Bauch lässt, weil es ihm zu umständlich und mühsam ist, es heraus zu holen. Das kann nichts werden. Und so wird es auch nichts mit der Blùtenheilung, wenn wir uns erlauben, unangenehme Bereiche auszusparen.

Ebenso wie emotionaler wird auch körperlicher Schmerz in der Blütenpraxis zunächst angeschaut, wahr genommen, erfasst und ertastet. Das ist das Gegenteil von Vermeidung von Schmerz. Aber es erspart uns Leiden, da es zu einer Heilung führen kann, statt das Elend durch ständiges Ausweichen für die Ewigkeit zu zementieren.

Was können wir aus dieser vorläufigen und oberflächlichen Betrachung ziehen?

Nun, eine Schmerzmischung sollte stets individuell zusammen gestellt werden. Der Persönlichkeitstyp sollte berücksichtigt werden, dafür eignen sich z.B. die Bachblüten sehr gut.
Neben dem Bachschen Typenmittel sollte ein „geschlechtsbezogenes“ Mittel hinzu gefügt werden, bei Frauen Sonnenblume, bei Männern Granatapfel. Entsprechend können Birne, Rosmarin und Sonnenblume beim elternspezifischen Aspekt der Schmerzbehandlung eingesetzt werden. Schliesslich geht es um das Anschauen des Schmerzes, und hier wäre Grosse Nachtkerze meine Empfehlung. Allerdings manifestiert sich die Vermeidung des Anschauens durch Spannung, man hält das Problem in Schach, statt es zu lösen. Somit sollte eine letzte Essenz hinzu gegeben werden, um die Mischung wirksam und rund zu machen, eine die diese Spannung lösen hilft: Kirschpflaume (Cherry Plum), Odermennig (Agrimony), Drüsentragendes Springkraut (Impatiens), aber auch Löwenzahn und Stechpalme (Holly) kommen in Frage.

Ich würde mich freuen, wenn Ihnen dies Anregung zur Anwendung in der eigenen Praxis gegen hätte.

Alles Gute im Februar!
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Sollten Sie den Blütenbrief in englisch oder niederländisch bevorzugen, schreiben Sie mir bitte. If you prefer to receive the Blütenbrief in English, please let me know. Wanneer jij de Blütenbrief liefst in nederlands wilt ontvangen, laat het me weten a.u.b.
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Bei Ebay angebotene Horus Blütenessenzen Globuli sind NICHT aus den Horus Uressenzen hergestellt. Für ihre Wirksamkeit gibt es nicht die geringste Garantie, und ich kann vom Erwerb nur abraten. Wenn Sie Essenzen gerne in Form von Globuli einsetzen, besorgen Sie sich leere, reine Zuckerglobuli, geben zwei Tropfen der Stock Essenz in das Fläschchen und schütteln kräftig. Das hat den Vorteil, dass Sie obendrein auch noch viel weniger Geld ausgeben müssen als für die Fake-Essenzen aus dem Internet.

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